
In seiner vielgerühmten kulturhistorischen Synthese erzählt der Schriftsteller Heinrich Eduard Jacob die Geschichte des Kaffees. “Eine Tasse Kaffee ist ein Wunder.” war nur einer der Sätze, die ich auf den 360 Seiten genossen habe …
Kaffee ist weltweit eines der beliebtesten Getränke. Für lange Zeit war die Kaffeebohne der zweitwichtigste Rohstoff auf dem Weltmarkt – übertroffen nur vom Rohöl. Kaffee gilt als früher Kristallisationskeim der Globalisierung. Zugleich haben nur wenige Stoffe eine ähnliche kulturelle Strahlkraft. Wie der Wein die Kultur der Antike, bestimmt der Kaffee das Denken und Fühlen der Neuzeit. Keine Aufklärung, keine Französische Revolution ohne die politisch-kulturellen “Subversionen” in den Cafés der Städte.
Auch der Kaffee selbst war und ist ein Politikum: Kriege sind um ihn geführt worden, Sklaverei und Zwangsarbeit haben ihn begleitet, und noch heute hängt das Schicksal von 25 Millionen Kleinbauern und ihrer Familien von den Preisschwankungen auf den Rohstoffbörsen dieser Welt ab.
Ein Essay von Jens Soentgen über die neuesten Entwicklungen der Kaffeewelt ergänzt die Neuausgabe ebenso wie aufwendig gestaltete Karten, die die vielfältigen Wege des Kaffees durch Zeit und Raum nachzeichnen.
Meine Meinung zum Buch: Heinrich Eduard Jacob liefert mit seinem Standardwerk aus dem Jahre 1934 ein hervorragend recherchiertes Sachbuch. Es ist interessant zu lesen, es ist sehr lehrreich und prall gefüllt mit Fakten. Manchmal als Sachbuch geschrieben, vielfach historisch und teilweise unterhaltsam wie ein Roman. In jedem Fall ein Genuß für alle Leserinnen und Leser, die mehr über die Biographie des Kaffees erfahren wollen.
Heinrich Eduard Jacob
Kaffee – Die Biographie eines weltwirtschaftlichen Stoffes
oekom Verlag, 360 Seiten, ca. 25 Euro
ISBN 978-3-86581-023-6
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