
Normalerweise fahre ich auf den Mobilitäts-Kulinarik-Reisen immer mit Navi-Lösungen auf Smartphones. Auf dieser Reise ergänze ich meine mobilen Erfahrungen um ein tragbares Navi-System – auch PND (Personal Navigation Device) oder PNA (Personal Navigation Assistant) genannt. Es handelt sich dabei um das Moov Spirit 575 von Mio Technology, ein Navi mit einem 4.7″ großen Widescreen-Bildschirm und Europa-Karten …
Bevor ich mich der Navigationssoftware und den Möglichkeiten widme, habe ich für euch meine Impressionen vom Gerät selbst zusammengefasst:
• Mit 4.7″ (das sind umgerechnet ca. 17.8 cm in der Diagonale) ist der Touchscreen angenehm groß. Die Auflösung beträgt 480×272 Pixel. Ausreichend für ein Navisystem.
• Eingebaut ist ein 20-Kanal SiRFstarIII GPS-Chipsatz mit InstantFixII.
• Sehr klein und kompakt gehalten ist die Saugnapf-Halterung für die Windschutzscheibe. Diese lässt sich im Winkel und der Neigung individuell einstellen, damit ein guter Blick auf den Bildschirm möglich ist.
• Mit dabei ist ein TMC-Empfänger für den Empfang von Verkehrsnachrichten. Die TMC-Antenne ist dabei im Kfz-Labekabel untergebracht.
• Es steht ausreichend Speicherplatz zur Verfügung, der bei Bedarf mit einer microSD-Speicherkarte (an der Unterseite des Geräts) erweitert werden kann.
• Der fix eingebaute Li-Ionen-Akku hat eine Kapazität von 720 mAh und ermöglicht den netzunabhängigen Betrieb. Allerdings dauert dieser nicht sehr lange. Ich kam beim Test auf durchschnittlich knapp eine Stunde – ein mehr als magerer Wert.
• Der mini-USB Anschluss befindet sich an der Unterseite des Gehäuses. Dieser wird sowohl zum Laden des Akku als auch zur USB-Verbindung mit einem PC genutzt.
• Das Anschlusskabel beim Kfz-Ladegerät für den Zigarettenanzünder ist ca. 120 cm lang.
• Das Gerät hat eine kompakte Größe (132x85x14 mm) und ist mit 160 Gramm auch angenehm tragbar.
• Der Sound kommt aus einem eingebauten Mono-Lautsprecher an der Rückseite des Gerät. Der könnte aber weitaus “lauter” sein. Selbst bei voller Lautstärke muss man manchmal sehr genau zuhören.
• Seitlich links oben vorne steht eine kleine Taste bereit, die sofort ins Hauptmenü des Geräts führt. Ist aber sehr “sensitiv” und wurde von mir oftmals “irrtümlich” angetippt.
Weitere Informationen und persönliche Erfahrungen
• Das Kartenmaterial stammt von Tele Atlas und umfasst 44 Länder in Europa – Andorra, Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Gibraltar, Griechenland, Irland, Italien, Kroatien, Lettland, Liechtenstein, Litauen, Luxemburg, Malta, Monaco, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, San Marino, Schweden, Schweiz, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechische Republik, Türkei, Ungarn, Vereinigtes Königreich, Vatikanstadt; Albanien, Belarus, Bosnien und Herzegowina, Mazedonien, Moldau, Montenegro, Rumänien, Serbien, Ukraine (Connector Road Network).
• Zur Eingabe des gewünschten Ziels stehen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung: Adresse, nach Stichwort, Stadt / Gebiet, auf der Karte, Postleitzahl oder Sonderziele (POIs in der Nähe, in Stadt/Gebiet, entlang der Strecke oder in der Nähe des Ziels). Praktisch: Schon während des Eintippens werden alle mögliche Ergebnisse vorgeschlagen, was Tippfehler reduziert und eine schnellere Eingabe ermöglicht. Zudem stehen wählbare Tastaturlayouts (z.B. QWERTZ) bereit.
• Das Hauptmenü ist übersichtlich gegliedert und besteht aus großen Symbolen für Suchen, Karte, meine Ziele (zuletzt verwendete Ziele), Einstellungen sowie in der Nähe (Essen, Benzin, Parken, Hotels, Bargeld sowie SOS).
• Es stehen ein paar individuelle Einstellungen bereit. Dazu zählen beispielsweise die Regelung der Lautstärke (in zehn Stufen), Warnungen bei Überschreiten der Höchstgeschwindigkeit (automatisch oder bei +5 km/h oder bei +10 km/h), drei Routenoptionen (schnellste, einfachste oder sparsamste), Bildschirmhelligkeit (getrennt nach Tag und Nacht – auf Wunsch mit automatischer Umschaltung), gespeicherte Informationen löschen, GPS zurücksetzen sowie Werkseinstellungen wiederherstellen.
• Wählbar ist in den Einstellungen das optische Kartenschema. Es stehen sieben verschiedene Arten bereit. Einfach das Farbschema wählen, das einem selbst am besten zusagt.
• Wenn man sich trotzdem mal verfahren sollte oder andere Wege zwingend vorgeschrieben sind, so erfolgt eine automatische Neuberechnung der Route. Das müsste aber flotter passieren, denn in der engen Innenstadt habe ich schon mal die eine oder andere Abzweigung verpasst. Je länger die Restroute ist, desto länger dauert es übrigens. Da steckt noch Potential für Verbesserungen drinnen.
• Der GPS-Empfang ist im Freien tadellos. Innerhalb von Gebäuden – beispielsweise in Garagen – steht keine Positionierung zur Verfügung. So muss man bei der Ausfahrt aus einer Garage etwas warten, bis das System “anspringt”. Und dann weiß es noch immer nicht, in welche Richtung man steht. Keine glückliche Situation, die mich ein paar Mal zum Umkehren “gewzungen” hat. Abhilfe würde hier beispielsweise ein optischer Kompass schaffen.
• Die Sprachausgaben der Navigationsanweisungen sind verständlich und kommen fast immer rechtzeitig. Allerdings ist die weibliche Stimme grauenhaft. Nicht nur, dass sie einschläfernd ist, klingen die Straßennamen so graußlich gesprochen, dass es einem manchmal die Nackenhaare aufstellt. Speziell in Italien :-(
• Ziele lassen sich vor der Fahrt eingeben und mit individuellen Bezeichnungen speichern. Zu finden sind sie dann unter “meine Ziele” und mit einem Tipper kann gleich die Navigation gestartet werden. Funktioniert in der Praxis perfekt – habe ich auf der Reise ziemlich intensiv genutzt.
• Bei der Navigation stehen eine Spurführung sowie Kreuzungsansichten mit Straßenschildern bereit. Ein angenehmes Extra.
• Während der Fahrt wird links oben die nächste Abbiegung angezeigt. Tippt man auf diese Stelle, so wird die Sprachanweisung wiederholt.
• Tippt man rechts oben auf den Bildschirm, so erhält man Informationen wie Geschwindigkeit, Richtung, Ankunftszeit oder die verbleibende Entfernung. Diese Daten lassen sich ein- bzw. ausblenden.
• Kleiner “Gag” von Mio: Das Navi hatte auf der Autobahn in Italien eine Vorankündigung am Bildschirm stehen, dass ich mich in 200 Kilometer links halten soll – das wäre dann das nächste Manöver. Tatsächlich war es dann – in etwa auf Höhe von Verona – rechts nur eine Raststation. Einer von mehreren Fehlern im Kartenmaterial.
• Liegen Verkehrsprobleme vor, so werden diese in einem Fenster eingeblendet. Tippt man auf die Einblendung, so bekommt man detaillierte Informationen. Verwendet wird dabei die Technologie “IQ Routes”, die einem schneller ans Ziel bringen will. In der Praxis hat das aber leider nicht so richtig geklappt. So wurde ich beispielsweise zu einer gesperrten Autobahnabfahrt navigiert – ein “Albtraum mit Stress”.
• Durch die Funktion “LearnMe” stellt sich das System im Laufe der Zeit auf den individuellen Fahrstil ein. Als Resultat kann die Ankunftszeit genauer berechnet und die Route auf die Fahrweise sowie die Vorlieben angepasst werden. Eher eine gut klingende Marketing-Funktion, denn man muss – verkehrsbedingt – immer unterschiedlich fahren. Ob man nun will oder nicht.
• Fährt man durch einen Tunnel, so erfolgt eine berechnete Weiterführung ohne vorhandenes GPS-Signal. Zu beachten gilt aber, dass die zuletzt gemessene Geschwindigkeit für die Weiterrechnung verwendet wird und diese nicht auf reale Werte basiert. Die angezeigte Position wird beispielsweise in längeren Tunneln nicht mit der realen Position übereinstimmen.
• Wo das Navi oftmals völlig danebenliegt, das ist die Angabe der möglichen Höchstgeschwindigkeit. Manchmal ist es viel zu viel, manchmal viel zu wenig. Ein dickes Minus in diesem Punkt.
• In Länder, wo es nicht verboten ist: Die Radarpositionen sind sehr mangelhaft. Auch bei denen, die schon seit Ewigkeiten wo stehen. Ebenfalls ein fettes Minus.
• Ich habe mir vor der Reise die Länge der Route und die geschätzte Fahrzeit angesehen. Das Mio-Navi errechnete für Wien-Brescia 743 km verteilt auf 7h:03min. Die Realität: 789 km in 7h:07min (mit kurzen Pausen).
• Sehr peinlich: Im Herzogenbergtunnel sowie in einem der Tunnel des Kanaltals wollte das Mio Navi umdrehen. So schafft man es offenbar in die Zeitung!
• Kreisverkehre – Spezialfall Italien. Das Navi hatte nicht alle Kreisverkehre drinnen. Was aber in Italien auch kaum möglich ist, da ich fast schon der Meinung bin, dass diese über Nacht gebaut werden. Stört aber die Navigation nicht wirklich – man muss nur einen kurzen Blick auf den Bildschirm ob der Richtung werfen.
• Grauenhaft ist, wenn es eine Umleitung gibt. Teilweise herrschte Verwirrung pur, da das System länger an die gesperrte Straße zurück will. Der absolute “Albtraum” ist allerdings eine gesperre Autobahnauffahrt. Während der Fahrt kann man da praktisch gar nichts machen. Eine Möglichkeit wäre beispielsweise “Autobahnen meiden” und hoffen, dass die neuberechnete Route bei der nächsten Auffahrt vorbeiführt. Oder in der Karte scrollen und die Ortschaft mit der möglichen nächsten Auffahrt suchen. Auf alle Fälle bedeutet es “Stress” – mit oder ohne Navi.
• Gut hat die Umgebungssuche funktioniert. Beispielsweise das Franciacorta Outlet Center bei Brescia als POI-Suche. Das ist auch ganz angenehm zu bedienen.
• Über die MioMore Desktop-Software für Windows PCs erfolgen die Software-Aktualisierungen, das Verwalten von Karten und Abos sowie das Durchsuchen der Mio-Angebote.
Meine Meinung: Das Mio Moov Spirit 575 ist ein interessanter PND, der im Großen und Ganzen auf der Reise tadellos funktioniert hat. Allerdings ist noch viel Platz für Verbesserungen vorhanden. Manche “Probleme” auf der Reise waren zudem wirklich “lästig” – beispielsweise falsche Angabe der möglichen Höchstgeschwindigkeit, Aufforderung zum Umdrehen im Tunnel, langsame Berechnung einer neuen Route oder eine Baustellen-Alternativroute. Die Bedienung selbst hat mir ganz gut gefallen, ebenso wie das Design des Geräts und die Größe des Bildschirms.





















