TomTom Vio wäre eine Navi-Überlegung für meine Vespa [Update]

TomTom Vio Roller-Navi - Foto © TomTom

TomTom Vio Roller-Navi – Foto © TomTom

Es beginnt bald wieder die Vespa-Saison. Vorfreude. Deshalb habe ich einen theoretischen Blick auf ein spezielles Roller-Navi geworfen, auf das mich ein langjähriger Leser der Mobility Lounge aufmerksam macht: aufs Vio von TomTom …

Vio ist kein eigenständiges GPS-Navi

Gleich vorweg die allerwichtigste Information: Vio ist kein eigenständiges, mobiles Navi, wie wir es vielleicht kennen. Das System besteht aus zwei Teilen, die nur im Zusammenspiel funktionieren:

• Die Vio Navi-App läuft am Smartphone. Entweder am iPhone oder am Android-Gerät.

• Der externe, runde Zweitbildschirm dient ausschließlich der Anzeige der optischen Routenführung. Verbunden ist es über Bluetooth mit dem Smartphone und der App.

Meine simpleren Voraussetzungen

Da ich mit meiner Vespa ausschließlich in Wien und Umgebung unterwegs bin, habe ich ganz spezielle Anforderungen: Ich brauche ein Navi ausschließlich als ergänzende Unterstützung, da ich mich in Wien ganz gut auskenne. Deshalb sind gewisse Funktionen für mich nicht relevant, die für andere Fahrer vielleicht dringend notwendig sind. Beispielsweise spezielle Hinweise auf gefährliche Kurven, Zwischenziele oder Mindestgeschwindigkeiten.

Wichtig ist für mich eine Option zur Vermeidung von Autobahnen. Der Grund: Ich meide in Wien mit dem Roller die Tangente, da ich nicht extra für eine Autobahn-Vignette bezahlen will.

Einige Funktionen sind zwar vorhanden, aber in der Stadt für mich unnötig. Zum Beispiel die inkludierten Verkehrsmeldungen. Als Vespa-Fahrer in Wien habe ich das Wort Stau ohnehin aus meinem Wortschatz gestrichen.

TomTom Vio Roller-Navi - Foto © TomTom

TomTom Vio Roller-Navi – Foto © TomTom

Zum Bildschirm und zur Montage

• Der Bildschirm ist rund und hat einen Durchmesser von 6 Zentimetern (2.4″). Die Auflösung beträgt lediglich 320×320 Pixel, ist aber meiner Meinung nach für die Nutzung ausreichend.

• Wie mehrere Nutzer bestätigen ist die Ablesbarkeit auch bei Sonnenlicht gegeben.

• Die Verarbeitungsqualität wird als hochwertig bekundet. Das habe ich aber von TomTom aber auch nicht anders erwartet.

• Im Lieferumfang enthalten sind Halterungen für den Lenker und für den Seitenspiegel. Beides aus Plastik. Ich würde das Navi an einer Spiegelstange montieren, da es dort bestens hinpasst. Dazu wird die passende Halterung einfach mit dem (beigelegtem) Inbus-Schlüssel angeschraubt. Bei Bedarf lässt sich diese auch nachkaufen. Der Bildschirm wird dann einfach per Drehbewegung mit dem Adapter verbunden und wieder abgenommen.

• Das Vertrauen, ob der Bildschirm auch während einer holprigen Fahrt – zum Beispiel auf Kopfsteinpflaster oder Kanaldeckel – bombenfest hält, das wird dann wohl erst im Laufe der Zeit wachsen. In den ersten paar Tagen ist da sicherlich ein ungutes Bauchgefühl dabei.

• Das Gehäuse ist in mehreren Farben erhältlich. Ich würde selbstverständlich Rot nehmen, damit es zu meiner Vespa passt.

• Der Bildschirm ist wasserfest nach IPX7. Das heißt: 30 Minuten unter Wasser bei einer Tiefe von 1 Meter. Somit wäre Regen kein Problem.

• Die Bedienung ist auch mit Handschuhen möglich.

TomTom Vio Roller-Navi - Foto © TomTom

TomTom Vio Roller-Navi – Foto © TomTom

• Mit einer Vollladung des eingebauten Akkus sind bis zu 5 Stunden Laufzeit möglich. Ist zwar sehr knapp bemessen, aber für meine Fahrten in Wien mehr als ausreichend. Zur Not hätte ich im Handschuhfach meiner Vespa auch einen USB-Stecker zum Laden.
So nebenbei: Im Lieferumfang ist kein USB-Netzadapter dabei. Aber davon habe ich daheim ohnehin jede Menge.

• Geladen wird der Akku via Micro-USB. Der Stecker ist an der Rückseite des Gehäuses, geschützt unter einer Klappe. Eine Vollladung ist in ungefähr 2,5 Stunden erledigt.

• Daran denken: Da die Navigation am Smartphone rennt, wird dort der Akku stärker belastet.

• Die Abmessungen des Bildschirms betragen 103x107x106 mm, das Gewicht liegt bei 310 Gramm.

• Neben der Anzeige der Karte erfolgt am Bildschirm auch der Hinweis bei einem eintreffenden Anruf. Der App wird der Zugriff auf die Kontakte gewährt. Die Anrufannahme kann nicht durch Tippen auf den Bildschirm erfolgen, sondern übers Bluetooth-Headset. Da ich beim Rollerfahren ohnehin nicht telefoniere, hat diese Anzeige für mich einen reinen Informationswert.

• Will man neben der optische Anzeige zur Route auch akustische Anweisungen erhalten, so wird ein Bluetooth-Headset benötigt. Bei mir würde das über ein Versafit Headset laufen, da dies auch komfortabel unter den Helm passt.

TomTom Vio Halterung - Foto © TomTom

TomTom Vio Roller-Navi – Foto © TomTom

Die Möglichkeiten der App

• Im Lieferumfang dabei ist Kartenmaterial von Europa. Mit kostenfreien Updates während der kompletten Lebensdauer des Vio.

• Die notwendigen Karten lassen sich aufs Smartphone herunterladen. Eine komplette Offline-Nutzung ist nicht vorgesehen, da die Daten für Verkehr und Radar online geholt werden. Zudem holt sich TomTom Nutzungsdaten.

• Ein TomTom-Konto ist unbedingte Voraussetzung. Man könnte es auch Zwang nennen.

• Mit dabei sind Hinweise auf Radarkameras. Mit kostenfreien Updates wie beim Kartenmaterial. Hier gilt es jedoch unbedingt die Gesetze zur Nutzung zu beachten. Die Benachrichtigung erfolgt am Bildschirm, indem sich der Hintergrund – rechtzeitig – rötlich färbt.

• Die Routenplanung kann nach mehreren Optionen (schnellste, kürzeste, umweltfreundlichste) erfolgen. In Wien für mich nicht so relevant, da ich ohnehin korrigierend eingreife. Ich bin zum Beispiel kein unbedingter Freund von Straßen mit Schienen.

• Es steht ergänzend auch die Routenführung für Fußgänger sowie fürs Fahrrad bereit.

• Ich kann den Skin und die Kartenfarben individuell wählen. Je nach Gusto.

• Es ist eine Umschaltung zwischen Tag- und Nacht-Anzeige vorhanden.

• Lieblingsorte lassen sich zur Direktnavigation speichern. Und zu den Kontakten kann man ohnehin direkt navigieren.

• Updates & Fehlerbehebungen sind simpel zu erledigen, da sie ausschließlich in der App erfolgen.

Werde ich mir ein Vio zulegen?

Das TomTom Vio hat eine stolzen Preis: Der UVP liegt bei etwa 170 Euro. Der Straßenpreis liegt darunter – so um die 140 Euro herum. Bei diesem Preis stellt sich schon die Frage, ob ich das wirklich zusätzlich brauche oder nicht. Ich werde mich Mitte März entscheiden, ob ich es meiner Vespa gönne oder nicht. Mal sehen, was ich bis dahin an Gutscheinen für Amazon (affiliate link) habe.

Nachtrag 14.3.2017: Ich habe mich heute entschieden. Ich werde mir kein TomTom Vio kaufen. Der Bedarf ist für meine Nutzung ausschließlich in Wien einfach zu gering. Das schaffe ich auch ohne Navi. Außerdem habe ich mittlerweile Beeline (Danke an Uwe für den Tipp) im Einsatz :-)

4 Kommentare

  1. Wolfgang Mur 15. Februar 2017
    • Helmut Hackl 15. Februar 2017
  2. Uwe 16. Februar 2017

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