Matcha Tee – Genuß mit handwerklicher Zubereitung

Matcha Grüntee - Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

Matcha Grüntee – Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

Bei Matcha werden nicht wie bei anderen Sorten die Teeblätter mit heißem Wasser aufgegossen, sondern vorher das komplette unfermentierte Teeblatt zu Pulver gemahlen. Dadurch lassen sich viel mehr Inhaltsstoffe – wie Antioxidanten, Vitamine sowie Mineralien – des Tees aufnehmen. Die Wirkung, die ein paar Stunden anhält: gleichzeitig belebend und beruhigend …

Bevor ich mir die Ausstattung zur Bereitung von Matcha-Tee (Beschreibung auf Wikipedia) daheim zulegte, habe ich das Chao No Ma, ein japanisches Teehaus beim Wiener Naschmarkt besucht. Um herauszufinden, ob er mir überhaupt schmeckt. Da die Antwort Ja lautete, habe ich damit begonnen, mich mit Matcha zu beschäftigen. Auch Espresso unter den Tees genannt.

Matcha – was ich zur Zubereitung brauche

Um den Tee daheim zuzubereiten, sind nicht viele Sachen notwendig. Da wären:

• Chawan: eine Teeschale aus Keramik mit flachem, breiten Boden – in der Größe eines französischen Kaffeeheferls

• Chashaku: ein kleiner Bambuslöffel – man kann aber auch einen Teelöffel nehmen

• Chasen (sprich: Scha-sen): ein Bambusbesen – sieht aus wie ein Rasierpinsel (je nach Qualität zwischen 60 und 120 Borsten)

• Matcha-Pulver – empfohlen sei der in der Dose

Wer mag, der kann sich noch weitere zusätzliche Produkte – vielleicht auch nur als optische Hingucker – zulegen:

• Natsume: Behälter aus edlem Holz (lackiert) fürs Pulver – wenn es nicht in der Dose bleiben soll
• Besen-Halter – zum idealen Trocknen des Bambusbesens
• Sieb – zum Entfernen von kleinen Klümpchen im Pulver
• Hishaku: eine Kelle zum Einfüllen des heißen Wassers in die Schale
• und vielleicht ein feines Tablet zum Präsentieren :-)

Bei den Matcha-Schalen kann man aus einer Vielzahl an Modellen und Farben wählen. Da spielt nicht nur Handarbeit eine Rolle, sondern auch der optische Aspekt. Das sind Hingucker.

Zur preislichen Orientierung: Hochwertigere Schalen so ab 30 Euro. Ein guter Bambusbesen (120 Borsten) kostet ca. 20 Euro. Der Bambuslöffel liegt bei 3 bis 4 Euro. Einen Besenhalter gibt’s um 10 Euro, Natsume ab 20 Euro.

Matcha-Set "Kuro" von Goodwei - Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

Matcha-Set „Kuro“ von Goodwei – Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

Mein Matcha-Einstiegsset

Ich habe mir zum Einstieg, zum Üben das „Kuro“ Matcha-Set von Goodwei geholt. Mit Keramik-Schale (430ml), Bambusbesen (mit 120 Borsten), Besenhalter (zum Trocknen) sowie Bambuslöffel. Bei Amazon (affiliate link) um unter 30 Euro bekommen.
P.S. Das Set eignet sich auch gleich wunderbar als Geschenk.

Zubereitung – Schritt für Schritt

• Wasser kochen. Bei einem Wasserkocher mit Temperaturwahl diese auf 80° stellen. Sonst das kochende Wasser etwa 10 Minuten – bei geöffnetem Wasserkocher – abkühlen lassen oder öfters umleeren. Das ist ganz wichtig, da sich bei heißerem Wasser die Bitterstoffe des Grüntees lösen!
Hinweis: Bei höherer Qualität des Matcha gehört die Temperatur bis zu 70° reduziert. Die empfohlene Grad-Angabe steht beim jeweiligen Produkt dabei.

• Warmes Wasser in die Schale geben und den Bambusbesen hineinlegen. Für etwa 5 Minuten. Da werden die Borsten geschmeidiger und die Schale gleich vorgewärmt. Besen herausnehmen, Wasser ausleeren und Schale abtrocknen.

Hinweis: Da die Partikel sehr klein sind, können sich durch elektrostatische Anziehungskräfte kleine Klumpen bilden. Diese stören dann den Genuß und gehören unbedingt vor der Zubereitung beseitigt. Zwei Möglichkeiten: Durch ein kleinmaschiges Sieb mit dem Bambuslöffel drücken. Und/oder vor dem Aufschlagen des Pulvers zuerst eine kleine Menge Wasser dazugeben und mit dem Bambusbesen zu einer cremigen Paste ohne Klümpchen verrühren.

• Etwa 2 Bambuslöffel (entspricht einem 1/2 Teelöffel) Matcha-Teepulver in die Schale geben. Das lässt sich je nach individuellem Geschmack nach oben oder nach unten abwandeln. Einfach selbst ausprobieren.

Matcha Tee Zubereitung - Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

Matcha Tee Zubereitung – Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

• Mit ungefähr 80ml Wasser aufgießen. Auch hier: Für sich selbst die ideale Menge herausfinden.

Wichtiger Hinweis: Die Wassermenge beeinflusst sowohl die Stärke des Geschmacks als auch die Konsistenz.

• Mit dem Bambusbesen schaumig schlagen. Dabei nicht am Boden kratzen, sondern in der Flüssigkeit rühren. Ungefähr 15 bis 30 Sekunden lang. Es soll leicht cremig werden, eine schöne Homogenität besitzen und einen feinen Schaum mit vielen kleinen Bläschen an der Oberfläche haben. Die richtige Technik klappt durch Üben. Als Faustregel: locker aus dem Handgelenk in W- oder M-Form. Mit flotten Ruck-Bewegungen. Das ist gleich angenehm beruhigend #entschleunigung.

Profunde Kenner haben mir erzählt, dass Matcha Tee nie auf nüchternen Magen getrunken werden soll. Es werden deshalb kleine Süßigkeiten gereicht, die kurz vor dem Tee gegessen werden :-)

• Den Matcha mit Genuß gleich aus der Schale trinken.

Matcha kann nicht nur als purer Tee genossen werden, sondern auf verschiedene andere Arten. Beispielsweise als Eis, als Eistee, als Latte, als Choco Latte, als Smoothie, als Frappè. Kalt oder warm. Je nach Gusto.

Wichtig ist auch die Reinigung danach

• Bambusbesen: Die Borsten einfach unter lauwarmen Wasser abspülen. Darauf achten, dass kein Wasser in die obere Öffnung des Bambusrohrs gelangt, da sonst die Trocknung viel länger dauert. Dann den Besen gut ausschütteln und trocknen lassen. Ideal über einem speziellen Besenhalter. Kein Geschirrspüler, kein Spülmittel!

• Bambuslöffel: Mit einem sauberen und trockenen Tuch abwischen. Feuchtigkeit vermeiden!

• Schale: Die Schale mit klarem, lauwarmen Wasser ausspülen. Bei Bedarf einen weichen Schwamm oder ein weiches Tuch verwenden. Nicht in den Geschirrspüler geben, kein Spülmittel verwenden.

Matcha aus biologischen Anbau

Es gibt viele Möglichkeiten Matcha, diesen edlen und wertvollen Grüntee zu kaufen. Im Geschäft oder online. Unbedingt darauf achten, dass der Tee aus biologischem Anbau kommt und von guter Qualität ist. Edler Matcha ist leuchtend grün. Wenn der Matcha bitter schmeckt, dann war die Qualität mangelhaft. Die besten Tees kommen übrigens aus Japan. Der Herstellungsprozess ist aufwendig: Junge, grüne Blätter werden in feinen Steinmühlen zu Pulver gemahlen. Als Richtwert: Für 1kg Pulver werden etwa 11kg Teeblätter benötigt.

Tipp zur Lagerung: Luftdicht im Kühlschrank ist die beste Methode.

Zum Kauf von Matcha-Tee sind in Wien für mich folgende Geschäfte / Bezugsquellen interessant:

Kissa – Supermodel’s Secret, Focus, Skinny, Attila Hildmann. Zu Preis zwischen 15,95 Euro und 17,95 Euro.

Demmers Teehaus – Energy, Tenno, Yume sowie Ceremony. Zu Preisen zwischen 21,90 Euro und 49,90 Euro für die Dose mit 30g Pulver.

Artee Teehaus – Yugen sowie Kinrin. Um um 18,80 Euro bzw. 21,80 Euro für die 30g-Dose.

Schönbichler / TeeGeschwendner – Wa „Beginners Harmony“, Sei „Every Day Purity“, Jaku „Ceremonial Spirit“ sowie Kei „Master’s Tribute“. Mit Preisen zwischen 19,90 Euro und 51,60 Euro für die 30g-Dose.

JägerTEE – vier Qualitäten: Standard, Medium, Premium sowie Platinum. Mit Preisen zwischen 19,20 Euro und 76 Euro für die 30g-Dose.

Matcha – zusammengefasst

Matcha ist ein Genuß, den man sich gönnt. Mir wunderbarem Geschmack und feiner Wirkung auf den Körper. Mir taugt besonders die Zubereitung #entschleunigung. Obgleich alle bisherigen Versuche daheim jämmerlich ohne nennenswerten Schaum endeten. Aber Übung formt bekanntlich den Meister und somit gebe ich nicht auf. Und fürs kleine Erfolgserlebnis zwischendurch nehme ich den batteriebetriebenen Milchschäumer statt dem Bambusbesen.

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