Zum Nachspazieren: Meine 1-Tages-Caffè-Gelati-Tour durch Rom

Colosseum Rom - Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

Ich wollte eine Rom-Geschichte der etwas anderen Art schreiben. Denn unter dem Titel “Rom an einem Tag” gibt’s ja schon jede Menge Wortspenden im Web. Meine spielt zwar auch an einem einzigen Tag in der ewigen Stadt, aber es geht dabei nicht vorrangig um Sehenswürdigkeiten, sondern um Caffès und Gelati …

Vor dieser Mobilitäts-Kulinarik-Reise habe ich fleißig recherchiert, wo denn hervorragende Caffès und Gelaterias in Rom zu finden sind. Dann habe ich diese Tipps zu einer Route geformt und bin dieser a piedi gefolgt. So nebenbei lagen gleich die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt am Weg: Colosseum, Forum Romanum, Circus Maximus, Pantheon, Piazza Navona, Castel Sant’Angelo, Piazza di Spagna, Fontana di Trevi … um nur ein paar zu nennen. Doch der Reihe nach …

Zu Beginn gleich ein Tipp: Um in Italien preisgünstig Caffè zu trinken, sollte man diesen immer direkt an der Bar bestellen und dort genießen. Denn auch im edelsten Caffè am Platz gilt: Ein Espresso kostet zwischen 90 Cent und 1.30 Euro.

Mein Ausgangspunkt war das Mercure Rome Colosseum Centre, das Hotel, in dem ich logierte. Das liegt, wie der Name schon vermuten lässt, ganz nahe dem Colosseum in der Via Labicana 144 – mit eindrucksvollem Blickkontakt von der Bar auf der Dachterrasse. Mit dem Circus Maximus, dem Palatino sowie dem Forum Romanum vor der Haustür. Gleich als ein feiner Hoteltipp für Rom.

Nahe dem Hotel war gleich meine erste Caffè-Station: Das Er Baretto Arte del caffè in der Via de Boshetto 132. Die Besonderheit hier: Latte Art. Die kreative Gestaltung der Oberfläche vom Milchschaum. Hier sind wahre Künstler am Werk. Und die Preise sind frandios: Zwei Cappuccino und ein Ristretto kosten zusammen 3.60 Euro :-)

Er Baretto Arte del caffè Roma - Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

Rom ist ja bekanntlich eine Kleinstadt *grins. Somit war ich ruckzuck auch schon beim Pantheon. Da es im Tazza d’Oro in der Via degli Orfani 84 einen hervorragenden Caffè geben soll (manche sprechen sogar vom Mekka des Kaffees), habe ich das gleich überprüft. Ja, es stimmt. Er schmeckte großartig. Um 90 Cent an der Bar :-)

Tazza d'Oro - Roma - Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

Da man hier den “Jamaica Blue Mountain” bekommt, einen der teuersten Caffè der Welt, habe ich mir gleich eine frisch geröstete Viertelkilo-Packung für die heimische Mühle mitgenommen. Allerdings heftig im Preis: 143 Euro pro Kilo :-(

Jamaica Blue Montain im Tazza d'Oro Roma - Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

Die nächste Station: Das Sant’Eustachio Il Caffè an der Piazza Sant’Eustachio 82 gehört zu den prestigeträchtigsten Kaffeehäusern der Stadt. Da mußte ich doch gleich einen Caffé im 1 Euro an der Bar nehmen. Zusatztipp: Wer mag, der kann Den “Il Grancaffe Speciale”, die Spezialität des Hauses probieren.

Sant'Eustachio Il Caffè Roma - Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

Vom Pantheon führte mich der Weg weiter zur Piazza Navona, dem Künstlertreffpunkt der ewigen Stadt. Dort machte ich gleich bei #28 einen Einkehrschwung ins Tre Scalini. Auf Empfehlung probierte ich einen Tartufo und habe diese Entscheidung nicht bereut. Herrlich! Aber 9 Euro für die kleine “Kugel” sind auch nicht bescheiden. Aber hier zahlt man heftig für die Lage.

Tartufo im Tre Scalini Roma - Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

Weiter ging’s in die Via della Pace 3/7, ins Caffé delle pace. Das existiert seit über 100 Jahren und man kann es – normalerweise – mit zwei einfachen Worten beschreiben: Ruhig, entspannt. Es wäre sicherlich sehr angenehm gewesen, hier kurz bei einem Espresso zu verweilen. Allerdings wird gerade umgebaut. Deshalb ging’s ohne Caffè weiter.

Nach einer Überquerung des Tibers (ich schritt über die berühmte Aeliusbrücke) befand ich mich auch schon vor dem Castel Sant’Angelo. Mein Ziel: Die Spitze der Engelsburg, Denn dort befindet sich die “Il Bar“. Da wäre nicht nur der Caffè hervorragend, sondern man bekäme auch gleich einen 360°-Blick über Rom serviert. Eindrucksvoll!

Engelsburg in Roma - Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

Warum der Konjunktiv: Massen von Menschen, die in langen Schlangen anstehen. Das habe ich mir nicht angetan und somit auf den empfohlenen Caffé Marrochino, einen Espresso mit einem Schuß Fernet Branca, verzichtet. Wahrscheinlich würde ich jetzt noch in der Schlange verweilen.

Ein nach überlieferten Berichten wunderbaren Ort, um in Rom Kaffee zu genießen, ist das Sciasia Cafè in der Via Fabio Massimo 80. Die Spezialität des Hauses: Caffé con cioccolato. Das ist ein Espresso, wo flüssige Schokolade hineinkommt. Da rinnt einem schon beim Zubereiten das Wasser im Munde zusammen. Kostet 1 Euro – wie immer direkt an der Bar.

Sciasia Cafè Roma - Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

Nach diesem Hochgenuss spazierte ich weiter zur von Massen überfüllten Piazza di Spagna. In der eleganten Via dei Condotti 86 befindet sich das älteste Caffè der Stadt: Das Antico Caffè Greco. Seit 1760. Ein “Monument von historischem und nationalem Interesse”, wie es das italienische Kulturministerium beschreibt. Und das habe ich einen Espresso lang / kurz auf mich wirken lassen. Der Geschichte wegen. Mehr aber auch nicht. Denn hier kostet der Espresso an der Bar schon 1.30 und geschmeckt hat er mir nicht.

Antico Caffè Greco Roma - Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

Was jetzt zum Abschluß noch fehlte: Der Fontana di Trevi. Und dort fast ums Eck, in der Via Uffici del Vicario 40, befindet sich die vielleicht beste Gelateria von ganz Rom: Giolitti. Hier muss man den “Coppa Giolitti” bestellen. Ein Klassiker, der nicht nur optisch anspricht. Bestehend aus Schokoladeeis, Zabaione, Obers und Haselnüssen. Ein kulinarisches Gustostückerl nach einem Rezept von 1920. Nicht verpassen, trotz des stolzen Preises von 10 Euro – fantastico!

Giolitti Roma - Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

Gleich noch ein Gelato gefällig? Als Tipp bekam ich das Il Gelato di San Crispino in der Via della Panetteria 42, nahe dem Trevi-Brunnen. Zwei Sorten sollte man unbedingt probieren: Limone und Amaretto. Da Amaretto bei meinem Besuch leider ausverkauft war, habe ich Zabaione genommen. In einem Wort zusammengefasst: Grandios.

Il Gelato di San Crispino Roma - Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

Zurück zum Colosseum und somit zum Hotel, bestieg ich noch schnell den Quirinale, nach dem Palatino einen weiteren der sieben Hügel des klassischen Roms. Ich muss ja auch ein bisserl auf meine Fitness schauen. Apropos Fitness, zum Abschluß noch eine Zahl: In Summe legte ich 19.721 Schritte zurück.

Schrittzähler

Auf meiner Liste standen noch ein paar weitere Caffès und Gelaterias. Aber ein Tag ist ziemlich kurz und auch der Gusto auf Kaffee lässt nach einiger Zeit nach. Aber da bekanntlich “Roma non basta una vita” gilt, wird sich sicherlich wieder eine Gelegenheit bieten :-)

Ich wünsche viel Vergnügen beim Nach-Spazieren meiner Route :-)

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