Gemütlich aufregend – meine Kulinarik-Städtereise nach Sofia

Reise nach Sofia - Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

Reise nach Sofia – Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

Ich war wieder auf Kulinarik-Städtereise. Zusammen mit einem Freund. Das Ziel: Sofia, eine der ältesten Städte in Europa. Mein erster Besuch in der Hauptstadt Bulgariens. Dort gab es nicht nur spannende Eindrücke zu sammeln, sondern auch ausgiebig landestypische Kulinarik zu probieren …

Kostengünstig: Flug & Unterkunft

Geflogen sind wir mit Austrian. Da haben wir ein preiswertes 99-Euro-Ticket ergattert. Mit akzeptablen Flugzeiten – Samstag um 15:20 Uhr hin, Dienstag um 13:40 Uhr retour. Die Flugdauer: ca. 80 Minuten. Mit der U-Bahn gelangten wir direkt vom Terminal 2 des Flughafens SOF ins Zentrum. Fahrzeit: ca. 30 Minuten. Der Preis für die Einzelkarte liegt bei 1,60 BGN – es gibt einen Ticketautomaten und einen Kassenschalter. 1 BGN (Lew) entspricht umgerechnet etwa 50 Cent.
Nicht vergessen: Die Uhr in Sofia um 1 Stunde vorstellen und daheim wieder zurück.

Sofia Metro - Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

Sofia Metro – Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

Für die Unterkunft machten wir die Buchung über Airbnb. Ein großes Apartment mit mehreren Zimmern im 4. Stock eines Hauses direkt an der Fußgängerzone am Bulevard Vitosha. Der Gesamtpreis für drei Nächte betrug ungefähr 290 Euro. Somit in Summe ein erfreulicherweise kostengünstiger Aufenthalt.

Free Sofia Tour – kostenlose Stadtführung

Bevor ich zur Kulinarik komme, ein paar Infos zu den Sehenswürdigkeit. Neben den Impressionen, die wir auf unseren Spaziergängen – zwischen den einzelnen Lokalen *grins* – machten, haben wir uns einer Free Sofia Tour angeschlossen. Das ist eine kostenlose Stadtführung auf Englisch. Treffpunkt ist – um 10 oder 11 Uhr (saisonabhängig) vorm Justizpalast. Es ist keine Reservierung notwendig und der Spaziergang dauert ungefähr zwei Stunden. Sehr informativ und überaus unterhaltsam. Ein ordentliches Trinkgeld verstand sich danach von selbst.

Reise nach Sofia - Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

Reise nach Sofia – Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

Was wir zum Beispiel sahen: Sweti Georgi Rotunda, das “Quadrat der Tolerenz”, Sweta Sofia, Sveti Nikolay, Sveta Petka (die “vergrabene Kirche” aus dem 15. Jahrhundert, als während der Zeit der osmanischen Besatzung Kirchen nicht höher als ein reitende Soldat gebaut werden durften), den Alexander-Newski-Platz mit der gleichnamigen Kathedrale, das akademische Nationaltheater, die Klekse (Kioske auf Kniehöhe), Unmengen von Parks & Grünanlagen (sehr erfrischend), eine der sprudelnden Quellen (heißes Mineralwasser sprudelt mitten in Sofia aus dem Boden) und noch vieles mehr.

Reise nach Sofia - Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

Reise nach Sofia – Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

Unser kulinarischer Streifzug

Sofia ist eine Stadt mit unzähligen Lokalen. Traditionell und modern. Da könnte ich wochenlang bleiben, um Kulinarik zu erforschen. Das wäre auch locker drinnen, denn die Preise sind vergleichsweise günstig.

Forgotten Boat im Manastirska Magernitsa / Sofia - Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

Forgotten Boat im Manastirska Magernitsa / Sofia – Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

Das erste Abendessen nahmen wir im Manastirska Magernitsa in der ul. Khan Asparuh 67 ein. Bulgarisch, rustikal, gemütlich, offenes Feuer. Als traditionelle Begrüßung gab’s gleich frisches Brot & Salz. Bestellt habe ich mir eine alte bulgarische Spezialität: Forgotten Boat – mit Brot, Ei, Käse, Schwein, Huhn, Pilze, Zwiebel, Karotten, Gurken. Dazu ein einheimisches Bier vom Fass (leicht und süffig). Zum Abschied wurde uns noch kostenlos ein bulgarischer Brandy serviert. Ein toller Einstand.

bulgarische Spezialität im Mekica & Cafe / Sofia - Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

bulgarische Spezialität im Mekica & Cafe / Sofia – Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

Zum ersten Frühstück spazierten wir ins Mekica & Cafe in der ul. Graf Ignatiev 28. Ein winziges, uriges Lokal, wo man unten bestellt, im 1. Stock Platz nimmt und sich beim lauten Gong die Speisen & Getränke holt. Dort probierten wir die bulgarische Spezialität Mekiza, die es in unzähligen Varianten gibt. Wir entschieden uns für Strawberry & Cream, Blueberry & Cream sowie Honey & Walnut.

Gastgarten vom The House with the Clock / Sofia - Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

Gastgarten vom The House with the Clock / Sofia – Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

Weil das Wetter so prächtig war, genoßen wir das Mittagessen im The House with the Clock in der Moskovska 15. Ein elegantes Lokal mit einem wunderschönen Garten. Wir bestellten ausgezeichneten Nicoise Salat mit Thunfischsteak.

From Barista Coffee and more in Sofia - Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

From Barista Coffee and more in Sofia – Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

Für den ersten stärkenden Kaffee besuchten wir From Barista Coffee and more in der ul. Bacho Kiro 26-30. Eine leiwande Third Wave Coffeebar. Der Espresso macchiato & Americano mundeten ausgezeichnet, passend zur Atmospähre und dem Geruch frischer Bohnen.

Craft Biere im Vitamin B in Sofia - Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

Craft Biere im Vitamin B in Sofia – Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

Die nächste Station war das Vitamin B in der ul. Vrabcha 24. Dort werden u.a. unterschiedliche Craft Biere ausgeschenkt. Mit einem wechselnden Angebot an frisch Gezapftem. Wir probierten ein Mikkeler NEIPA (New England IPA). Der Gaumen war erfreut.

Rakia Raketa Bar in Sofia - Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

Rakia Raketa Bar in Sofia – Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

Weiter führte der Weg gleich in die Rakia Raketa Bar in der Yanka Sakazov 17. Ein schickes Lokal gegenüber einem großen Park. Auf der Terrasse in der Sonne probierten wir die Hausspezialität: einen Rakia Rakete, den es in zig Ausprägungen gib. Ich nahm die Variante Grape (so einen Art lokaler Grappa) zusammen mit einem lokalen Bierchen.

Rum & Chocolate und Mojito in der One More Bar in Sofia - Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

Rum & Chocolate und Mojito in der One More Bar in Sofia – Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

Da die One More Bar in der ul. Tsar Shishman 12 am Retourweg lag, machten wir dort einen kurzen Zwischenstopp auf einen Cocktail im Garten. Konkret auf einen Rum & Chocolate und einen Mojito. Nette Atmosphäre, gute Drinks.

Nachspeisen im Divaka in Sofia - Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

Nachspeisen im Divaka in Sofia – Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

Beim zweiten Abendessen wollten wir mal eines der günstigen bulgarischen Restaurants probieren. Somit besuchten wir das Divaka in der Hristo Belchev 16. Für zwei Hauptspeisen (Pork Ribs und gegrillte Laibchen), zwei Nachspeisen und zwei Krügerl bezahlten wir umgerechnet etwa 17 Euro. Und geschmeckt hat es obendrein ausgezeichnet.

Gemütlichkeit im A:part:mental in Sofia - Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

Gemütlichkeit im A:part:mental in Sofia – Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

Als allerletzte Station am Sonntag kehrten wir ins A:part:mental in der ul. Neofit Rilski 68 ein. Eine Villa mit vielen unterschiedlichen Räumen. Urgemütlich. Man holt sich selbst in der Küche Getränke und Speisen, nimmt in einem der zahlreichen Sofas Platz, plaudert und genießt bei guter Musik das Leben. Super, super und nochmals super!

frische Croissants in der Vila Rosiche in Sofia - Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

frische Croissants in der Vila Rosiche in Sofia – Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

Fürs Montags-Frühstück spazierten wir in die Vila Rosiche in die ul. Neofit Rilski 26. Eine kleine Villa mit einem idyllischen Garten. Serviert wird täglich frisch Gebackenes – zum Beispiel herrlich duftende Croissants. Dazu einen Cappuccino und der Tag könnte nicht besser beginnen.

gegrilltes Lamm im Pod Libite in Sofia - Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

gegrilltes Lamm im Pod Libite in Sofia – Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

Fürs Mittagessen hatte ich ein ganz besonderes Restaurant ausgesucht: das Pod Libite in der ul. Elin Pelin 1. Ein uriges Lokal mit schönem Innenhof. So stelle ich mir bulgarische Gemütlichkeit vor. Als Vorspeise nahmen wir Shopska Salat und danach die Empfehlung des Küchenchefs: gegrilltes Lamm mit Leberreis. Ganz speziell zubereitet, da in Bulgarien an diesem Wochenende Ostern gefeiert wurde. Freunde, das Essen war der kulinarische Höhepunkt.

Pod Libite in Sofia - Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

Pod Libite in Sofia – Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

Nach dem üppigen Mittagessen haben wir ausnahmsweise mal aufs Abendessen verzichtet und besuchten nochmals das A:part:mental, weil wir von dort nur zwei Minuten zur Unterkunft hatten. Hundemüde waren wir auch schon, da wir Sonntag und Montag zusammen etwa 35 Kilometer per pedes zurückgelegt haben.

Da wegen Ostern Sonntag und Montag meine gewünschten Caffés geschloßen hatten, haben wir am Montag – bevor es am späteren Vormittag wieder zum Flughafen ging – gleich drei kleine Third Wave Coffeeshops besucht:

Chuckys Coffee Shop in Sofia - Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

Chuckys Coffee Shop in Sofia – Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

Chucky’s Coffee Shop in der Hristo Belchev 29 – einen herrlichen Espresso macchiato Single Origin geschlürft

Drekka Cafe in Sofia - Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

Drekka Cafe in Sofia – Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

Drekka Cafe in der ul. William Gladstone 60 – einen wunderbaren, starken Espresso Single Origin aus Costa Rica getrunken

Vanilla Coffee 2 Giraffes Single Origin in Sofia - Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

Vanilla Coffee 2 Giraffes Single Origin in Sofia – Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

• 2 Giraffes Espresso Bar in der ul. Alabin 33 – der Vanilla Coffee 2 Giraffes Single Origin war originell

Somit drei Anregungen für Kaffeefreunde, die Sofia besuchen.

Sofia – mein/unser Fazit

Mich/uns hat Sofia getaugt. Eine lebendige, saubere, gemütliche Stadt mit vielen alten Sehenswürdigkeiten, das Vitosha-Gebirge im Hintergrund (da lag ganz oben noch ein bisserl Schnee), freundliche Gastgeber, entspannte Atmosphäre, ausgezeichnetes Essen & Trinken. Jederzeit gerne wieder – ist ja nur einen Hupfer von Wien entfernt :-)

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