Eine gute Mühle ist ganz wichtig für einen großartigen Kaffee

Eine gute Mühle ist ganz wichtig für einen großartigen Kaffee - Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

Eine gute Mühle ist ganz wichtig für einen großartigen Kaffee – Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

Nicht nur für mich ist frisch gemahlener Kaffee das Um und Auf für den bestmöglichen Genuss. Welch angenehmer Geruch, der da beim Mahlen entsteht und in die Nase weht. Da heißt es tief einatmen, denn diese Aromen haben sich gleich danach leider auch schon wieder verflüchtigt. Mit dem traurigen Nebeneffekt, dass sie dann nicht mehr in die Tasse gelangen. Daher: Die Bohnen immer frisch mahlen und sofort ab damit in die Maschine. Denn Licht, Wärme und Sauerstoff gehören zu den Feinden beim Mahlen …

Ich möchte es gleich stark formulieren: Ebenso, wenn nicht sogar wichtiger als die Espresso-Maschine, das ist eine gute Mühle. Ich hatte bei meinen damaligen Einstieg in die Welt des Kaffees freundlicherweise fachliche Unterstützung und habe mir so eine Fehlinvestition erspart. Daher mein Tipp: Investiert gleich vom Start weg in eine ordentliche Mühle. Egal, welche Maschine ihr danach nutzt. Es zahlt sich geschmacklich aus!

Wichtig: Wenn man sich erstmalig am Markt der Kaffeemühlen umsieht, so wird man gleich bemerken, dass es Hunderte unterschiedlicher Geräte gibt. Mit einem Preisbereich von spottbillig bis sauteuer. Mein Rat: Lasst euch unbedingt in einem Fachgeschäft beraten und diskutiert mit Gleichgesinnten in Foren.

Gedanken, Erfahrungen und Hilfestellungen zum Thema Mühle

Auf zwei Sachen sollte man aufpassen, wie ich gelernt habe:

• Die Mühle muss die Bohnen – so gut wie möglich – gleichmäßig mahlen. Das heißt: Eine halbwegs idente Mahlgröße erreichen. Der Vorteil danach: Es ist eine gleichmäßigere Extraktion möglich, was sich positiv auf den Geschmack auswirkt.

• Die Mühle muss die Bohnen zerteilen, ohne sie zu erhitzen. Das heißt: Das Mahlwerk darf keine nennenswerte Wärme produzieren. Warum? Wenn sich die Bohnen beim Mahlen erhitzen, dann verändern sich die Kaffeeöle und der Geschmack kann bitter oder sogar verbrannt schmecken.

Beim Thema Mahlwerk habe ich für euch recherchiert, damit es beim Erklären passt. Praktisch sind elektrische Mühlen, die mit einem Scheiben- oder einem Kegel-Mahlwerk ausgestattet sind. Egal ob elektrisch oder manuell.

Das Scheiben-Mahlwerk kann man sich ungefähr so vorstellen: Die Bohnen werden zwischen zwei Mahlscheiben (wegen der Langlebigkeit gefertigt aus Stahl oder Keramik), die aufeinander liegen, gemahlen. Eine der beiden Scheiben ist feststehend und die andere wird durch den Motor angetrieben. Durch die Form ist der Abstand der beiden Scheiben an der Innenseite ein bisserl größer als außen. Die Bohnen bahnen sich nun ihren Weg von hier zwischen die beiden Scheiben. Dort werden sie sogleich aufgebrochen und dank der Zentrifugalkraft (in Physik aufgepasst?) weiter nach außen befördert. Hier liegen nun die beiden Mahlscheiben durch deren Form enger zusammen. Das heißt: Die Bohnen werden immer feiner zerrieben. Jetzt dürfte auch gleich klar sein, wie die Mühle einen unterschiedlichen Mahlgrad schafft. Richtig. Durch Verändern des Abstands zwischen den beiden Scheiben.

Beim Kegel-Mahlwerk läuft es ein wenig anders ab. Dort werden die Bohnen zwischen der äußeren Wand und dem inneren Kegel zerkleinert. Damit die Bohnen immer feiner gemahlen werden können, nimmt der Abstand zwischen der Wand und dem Kegel in Abwärts-Richtung laufend ab. Und gleich richtig schlussgefolgert: Der Mahlgrad wird auch hier über den Abstand der beiden Teile festgelegt. Dadurch, dass hier keine Zentrifugalkraft wirken muss (das Mahlgut fällt ja unten), sind auch geringere Drehzahlen erforderlich. Der Vorteil: Es kann schonender gemahlen werden, was wiederum dem Geschmack förderlich ist.

Mühle – aus meiner tagtäglichen Praxis

• Schon nach kurzer Zeit mit meiner ersten Mühle, begann ich mit unterschiedlichen Mahlgraden zu experimentieren. Das hat sich bald als ganz wichtig herausgestellt. Das heißt: An der Mühle sollte auch gut und einfach die Feinjustierung des Mahlgrads möglich sein.

• Beim Espresso bevorzuge ich das Mahlen gleich direkt in den Siebträger. Das erspart mir das Umschütten von einem Auffangbehälter.

• Ob die Kaffeemenge manuell oder automatisch portioniert wird, das ist eine individuelle Sache. Ich mache es meistens manuell – je nach Gusto mit etwas mehr oder weniger Kaffee.

• Hilfreich ist ein abnehmbarer Bohnenbehälter – sowohl beim Reinigen als auch beim Ausleeren. Bevorzugt aus Glas, denn Plastik kann sich aufladen.

• Ich habe mich bei der elektrischen Mühle vor einigen Jahr für eine Eureka Mignon Istantaneo entschieden. Sieht optisch gut, ist halbwegs leise, lässt sich gut reinigen und mahlt tadellos.

Praxistipp: Kaffeemühlen gehören regelmäßig gereinigt

Aus meiner Mahlerei: Espresso mahle ich immer – aus Bequemlichkeit – mit der elektrischen Mühle. Für alle andere Zubereitungsarten verwende ich – zur Entspannung und zum Genuß – eine meiner Handmühlen.

Ich hoffe, dass der eine oder andere hilfreiche Tipp dabei war.

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