Hörvergnügen: Bowers & Wilkins PX Bluetooth-Kopfhörer zugelegt

Bowers & Wilkins PX Bluetooth-Kopfhörer - Foto © Mag. Helmut Hackl | Mobility Lounge

Bowers & Wilkins PX Bluetooth-Kopfhörer – Foto © Mag. Helmut Hackl | Mobility Lounge

Ich habe mir für daheim kürzlich einen neuen Over-ear Bluetooth-Kopfhörer gegönnt. Einen B&O BeoPlay H4. Da ich zusätzlich so ein Exemplar auch für unterwegs, allerdings gleich mit aktiver Geräuschunterdrückung wollte, begab ich mich auf die Suche. Meine Wahl fiel auf den PX von Bowers & Wilkins …

Durch den BeoPlay H4 habe ich den Komfort eines drahtlosen Over-ear Kopfhörers schätzen gelernt. Das empfinden meine Ohren doch bequemer als den etwas stärken Anpressdruck eines On-ears. Selbstredend subjektiv bekundet. Als Maximalbudget legte ich 400 Euro fest. In diesem Preisbereich hat der PX von Bowers & Wilkins meinen Wünschen am vielfältigsten entsprochen. Zum Genießen von Musik, hauptsächlich gestreamt vom Smartphone.

Bowers & Wilkins PX Bluetooth-Kopfhörer - Foto © Mag. Helmut Hackl | Mobility Lounge

Bowers & Wilkins PX Bluetooth-Kopfhörer – Foto © Mag. Helmut Hackl | Mobility Lounge

So nebenbei: Mit dem PX hätte ich mir nachträglich betrachtet, die Anschaffung des H4 ersparen können. Aber ich habe ja immer gerne mehr als einen Kopfhörer.

Meine persönlichen Wünsche

• Der Kopfhörer verbindet sich via Bluetooth 4.1 mit meinem Smartphone. Da ich ein iPhone habe, ist es fein, dass AAC (“Advanced Audio Coding”) unterstützt wird. Und falls ich doch mal wieder auf ein Android-Smartphone mit Qualcomm-Prozessor wechsle, dann ist auch aptX HD vorhanden. Somit bestmögliche Klangqualität.
So nebenbei: Es lassen sich zwei Bluetooth-Quellen gleichzeitig koppeln.

• Ich mag minimalistisches Design und Purismus. Ebenso wie hochwertige Materialien – z.B. Leder, mattes Aluminium, ballistisches Nylon. Taugt nicht nur meinen Augen. Kein Vergleich zu vergleichbaren Kopfhörern anderer Anbieter wie zum Beispiel Bose.

Bowers & Wilkins PX Bluetooth-Kopfhörer - Foto © Mag. Helmut Hackl | Mobility Lounge

Bowers & Wilkins PX Bluetooth-Kopfhörer – Foto © Mag. Helmut Hackl | Mobility Lounge

• Der Tragekomfort muss angenehm sein. Auch wenn ich mal ein paar Stunden am Stück damit Musik genießen will. Obgleich mit 335 Gramm kein Leichtgewicht, empfinde ich auch längeres Tragen als nicht störend. Die Ohrpolster sind weich gepolstert, abnehmbar (eine neues Paar kostet etwa 50 Euro) und werden magnetisch fixiert. Meine Ohren passen millimetergenau hinein. Die ersten paar Male Tragen presste der PX ordentlich gegen den Kopf. Doch das hat sich in kurzer Zeit eingependelt. Jetzt ist es nicht mehr unangenehm.

• Der Klang muss meinen Ohren taugen. Für eine breite Palette an Musikgenres – zum Beispiel Rock, Jazz, Electronic, Hip-Hop / Rap, Soul sowie R&B. Am allerliebsten mag ich eine klangliche Ausgeglichenheit ohne Übertreibung bei den Tiefen. Ein neutraler Bass mit ausgeprägten Mitten und Höhen. Das erfüllt der PX ausgezeichnet. Vielleicht als kleiner Kritikpunkt: Manchmal könnte der Bass dominanter sein. Schade, dass es direkt in der App keinen Equalizer gibt.

Bowers & Wilkins PX Bluetooth-Kopfhörer - Foto © Mag. Helmut Hackl | Mobility Lounge

Bowers & Wilkins PX Bluetooth-Kopfhörer – Foto © Mag. Helmut Hackl | Mobility Lounge

• Brauche ich daheim – ich höre immer in ruhiger Umgebung – keine adaptive Geräuschunterdrückung (ANC), so ist das für unterwegs schon eine feine Sache. Bereit stehen drei Umgebungsfilter: Flugzeug (Motorenlärm wird während des Flugs ausgeblendet und Kabinengeräusche werden minimiert), Stadt( Straßenlärm reduzieren, aber wahrnehmen, was in der Umgebung passiert) sowie Büro (Gespräche und Bürogeräusche dämpfen, doch Diskussionen in der Nähe hören). Komplett abschaltbar ist der Umgebungsfilter ebenso. In der Praxis wird die Unterdrückung wohl sehr subjektiv empfunden werden. Auf alle Fälle ergeben sich in allen Modi unterschiedlich Klangbilder.

• Der fix verbaute 850mAh Akku schafft mit einer Vollladung bis zu 22 Stunden (Bluetooth & ANC) bzw. bis zu 29 Stunden (Bluetooth ohne Umgebungsfilter) Musikwiedergabe. Geladen wird via USB-C, was ruckzuck absolviert wird. Der Akkustand wird in der App am Smartphone, im Widget und in der Statuszeile am iPhone oder über die bunte LED am Kopfhörer angezeigt.

Ein paar weitere Informationen

• Bei der Farbe stehen Space Grey und Soft Gold zur Auswahl. Ich habe mich für Soft Gold entschieden. Das sieht noch eleganter aus.

• Transporttasche und Kopfhörer verströmten nach dem ersten Auspacken ein paar Stunden lang einen unangenehmen Geruch – vermutlich von der Verpackung. Das löste sich jedoch schnell in Luft auf.

• Der PX lässt sich platzsparender (von kompakt aber noch weit entfernt) zusammenlegen, da die Scharniere fast um 180° gedreht werden können. Selbstverständlich ist auch eine elegantes, wattiertes Transportetui (nachkaufbar um etwa 30 Euro) dabei.

• Wenn ich mal wirklich damit auch telefonieren wollte, dann könnte ich es. Es ist ein Mikrofon verbaut. Mit Unterstützung für Siri oder Google Assistant.

• Will ich mal nicht drahtlos hören, so lässt sich ein 3.5mm Kabel anstecken.

Bowers & Wilkins PX App am Smartphone

• Nutzbar ist bei den Umgebungsfiltern die Funktion “Pass Through”. Die Empfindlichkeit ist dabei für den Modus vorweg angepasst, lässt sich in der App aber auch individuell mit einem Schieberegler ändern: von Aus über natürlich bis hin zu verstärkt.

• Für mehr Bequemlichkeit wollen die eingebauten Sensoren sorgen. Denn die ermöglichen – optional – automatisches Standby beim Anheben / Abnehmen sowie automatisches Einschalten beim Aufsetzen. Die Empfindlichkeit lässt sich – in der App – in drei Stufen regeln: reduzieren, normal, erhöhen. Bei diesem Sensor habe ich unterschiedliche Erfahrungen anzubieten. Manchmal klappt’s einwandfrei, manchmal hupft es hin und her, manchmal dauert es “unendlich”, bis der Kopfhörer aus dem Standby erwacht. Ich habe die Empfindlichkeit auf “normal belassen, damit es so halbwegs funktioniert, wenn ich den Sensor aktiviert habe.

• Die Bedienung erfolgt über drei Tasten auf der rechten Ohrmuschel. Die Funktionen: Audio (Wiedergabe / Pause), Titel (nächster / voriger), Lautstärke (lauter / leiser), Anrufe (Annehmen / Auflegen), Sprachaktivierung. Zudem sind ein Ein-/Ausschalter sowie ein Schalter zum Deaktivieren / Aktivieren (nicht zum Ändern) des Umgebungsfilters vorhanden. Nach ein paar Stunden hatten meine Finger das Erfühlen im Griff.

Bowers & Wilkins PX App am Smartphone

• Ein paar technische Daten im Schnelldurchlauf: 2x 40mm Breitband-Treiber, 10-20.000 Hz Frequenzbereich, 22 Ohm Impedanz, 111 db/V Empfindlichkeit.

• Die B&W Headphones App steht kostenlos fürs iPhone sowie für Android bereit. Genutzt für Umgebungsfilter, Pass Through, zum Ändern des Namens des Kopfhörers, zum Registrieren (optional – erforderlich ist dabei das Anlegen eines Kontos) sowie Firmware-Updates. Die App ist allerdings ein Trauerspiel, wenn es ums Verbinden mit dem Smartphone geht. Da dauert es manchmal eine gefühlt Ewigkeit, bis mein iPhone, das sich in unmittelbarer Nähe zum Kopfhörer befindet, gefunden wird. Hier ist dringend eine Nachbesserung erforderlich. Glücklicherweise benötige ich die App nicht so oft. Das wäre ein Grund gewesen, mich für einen anderen Kopfhörer zu entscheiden.
Angemerkt: Das hat nichts mit der Stabilität der Bluetooth-Verbindung zu tun, denn die hält bei der Wiedergabe gut.

• Gleich beim ersten Start der App wurde mit ein Firmware-Update angeboten. Das dauert eine gefühlte Ewigkeit, also nicht ungeduldig werden.

Bowers & Wilkins PX – mein Fazit

Ich bin mit dem PX bisher zufrieden. Schickes Aussehen, hochwertige Materialien, guter Klang sowie zuschaltbare Umgebungsfilter, wenn ich unterwegs bin. Ein fettes Minus gibt’s für die App, die wahrlich kein Ruhmesblatt für so einen Marke wie Bowers & Wilkins ist. Zu bemängeln hätte ich zudem den fix verbauten Akku – mal sehen, wieviel Jahre er duchhält.

Bei Interesse: Der UVP liegt bei 399 Euro. Ich habe ihn bei Saturn in einer Online-Aktion um 347 Euro gekauft.

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