Zdravo – unser kulinarisches Wochenende in Zagreb

Ich war mit meiner Frau auf Kulinarik-Städtereise in Zagreb. Unser erster Besuch in der Hauptstadt Kroatiens. Da haben wir nicht nur sympathische Eindrücke aufgefangen und gefaulenzt, sondern auch ausgiebig Kulinarik genossen …

Flug, Transfer & Unterkunft

Geflogen sind wir mit Austrian. Da haben wir ein – für Zagreb – preiswertes 120-Euro-Ticket ergattert. Mit wunderbaren Flugzeiten. Am Freitag um 7:00 Uhr hin, am Sonntag um 18:50 Uhr retour – bei einer kurzen Flugdauer von 50 Minuten.

Vom Flughafen Franjo Tuđman ins Zentrum nahmen wir den öffentlichen ZET-Bus 290 genommen. Der fährt alle 35 Minuten (die Station befindet sich gegenüber dem Ausgang auf der anderen Strassenseite) und braucht für die Strecke ca. 30 Minuten. Da die Endstation (Kvaternikov trg) ein bisserl außerhalb liegt, nimmt man bis zum Trg Jelačića die Bim (Linie 11 oder 12). Der Ticketpreis pro Person: 10 HRK (Kuna) – das sind ungefähr 1,4 Euro.

Gebucht haben wir das 4-Stern Hotel Dubrovnik direkt im Zentrum. Ein Deluxe Twin Room kostete ungefähr 250 Euro inklusive Frühstücksbuffet und Ortstaxen. Akzeptabel.

Impressionen aus der Unter- und Oberstadt

Zagreb ist eine übersichtliche Stadt. Alle Sehenswürdigkeiten sind bequem zu Fuß zu erreichen. Ideal zum Flanieren, zum Entspannen, zum Faulenzen. Sowohl in der Oberstadt als auch in der Unterstadt.

Zagreb - Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

Zagreb – Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

Zur Oberstadt gelangt man über steile Treppen oder man nimmt die Standseilbahn Funicular. Die ist lediglich 66 Meter lang und das älteste Verkehrsmittel der Stadt. Zumindest einmal sollte man diese Fahrt um 4 Kuna genießen.

Was wir uns beispielsweise angesehen haben: die gotische Kathedrale (das Wahrzeichen der Stadt), die Markuskirche (wunderschönes Kirchendach mit den Wappen von Kroatien, Dalmatien, Slawonien und Zagreb), den Lotrščak Turm (da wird mittags – zum Uhrenstellen – ein Kanonenschuss abgefeuert), das steinerne Tor Kamenita Vrata (das letzte Überbleibsel der alten Stadtmauer), den Kunstpavillon, den Ban-Jelacic Platz, die Tkalčićeva Straße (da reiht sich Lokal an Lokal), das Nationaltheater (eines der schönsten Gebäude in der Stadt), den Dolac Markt und noch so manches mehr.

Wer einen Ausflug machen will: Der Jarun-See (auch das Zagreber Meer genannt) ist bequem mit der Straßenbahnlinie 17 (bis zur Haltestelle Jarun) zu erreichen. Von dort ist es noch ein kurzer Spaziergang.

Zagreb ist eine Stadt mit unzähligen Restaurants und Straßencafés. Meine Lokal-Liste mit Insider-Tipps unterschiedlicher Quellen, war wie immer zu prall befüllt. Somit mußten wir selektieren.

Eggspress – Frühstück mit vielen Eiern

Die Eggspress Omeletterie in Boškovićeva 11 ist eine urgemütliches “Kellerlokal”, das sich ganz der Zubereitung von Eiern verschrieben hat. Die werden in zig Varianten serviert. Wir entschieden uns für Eggs Benedict (mit hausgemachtem Schinken) sowie EGGsotic (mit Avocado) – jeweils mit drei pochierten Eiern. Und dazu Cappuccino sowie frisch gepressten Orangensaft. Ein Hochgenuß und gleich ein perfekter Start in den Tag.

Eggspress in Zagreb - Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

Eggspress in Zagreb – Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

Quahwa – für uns Kaffeeliebhaber

Durch Zufall entdeckten wir in einem Innenhof in der Teslina 9/1 ein leiwandes Kaffeelokal: Quahwa. Dort wird selbst geröstet und der Kaffee mit viel Hingabe & Können gebrüht. Bei unserem Besuch standen drei Spezialitäten zu Auswahl: Ethiopia Yirgacheffe, Brasil Montecristo sowie Indonesia Kalossi. Ich entschied mich zum probieren für einen Espresso Yirgacheffe (war fast schon ein Ristretto – mit 11g Kaffeepulver). Neben den Kaffeeklassikern gibt’s noch beispielsweise Turska Kava, Bombon Ledena Kaba, Bombon Latte, Choco Cookie, Matcha, Columbian Bullet (Coffee & Bourbon), Espresso Tonic, Eistee und noch so manches. Wir tranken noch einen Choco Cookie Latte, einen Ice Tea Rasperry sowie einen eisgekühlten Bombon Ice Coffee (ebenso mit 11g). Großartig!

Spezialkaffee im Quahwa in Zagreb - Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

Spezialkaffee im Quahwa in Zagreb – Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

La Struk – Štrukli, eine kroatische Spezialität

Wer Zagreb besucht, der sollte unbedingt Štrukli essen. Wir haben das im La Struk in der Skalinska 5 (eine kleine Seitengasse beim Dolac Markt) getan. Dort werden frische Strudel in mehreren Varianten (gekocht oder gratiniert, süß oder salzig) serviert. Gemütlich im schattigen Innenhof sitzend haben wir zwei gratinierte Versionen verputzt: Orasi & Med (Walnuss & Honig) sowie Jabuka & Cimet (Apfel & Zimt). Verlockend klangen auch die Strudel mit Heidelbeeren, Tartufi, gegrilltem Paprika oder Kürbiskern-Pesto. Zusammengefasst: gemütliches Ambiente, wunderbare Štrukli.

Štrukli im La Struk in Zagreb - Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

Štrukli im La Struk in Zagreb – Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

Eli’s Caffe – geschlossen mit Siebträger

Für den Nachmittagskaffee spazierten wir zu Eli’s Caffe in der Ilica 63. Denn dort wird hervorragender Kaffee gebrüht. Aber leider war das Lokal außerplanmäßig geschlossen. Somit sahen wir nur den Siebträger als Türknopf. Schade, einen Espresso hätte ich gerne probiert.

Eli's Cafe in Zagreb - Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

Eli’s Cafe in Zagreb – Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

Medvedgrad – lokal gebraute Biere

Wenn ich auf Kulinarikreise bin, dann bestelle ich beim Bier immer lokal Gebrautes. Ich probiere da gerne unterschiedliche Sorten aus. Deshalb besuchten wir das Medvedgrad in der Ilica 49. Dort kann man kroatisches Bier – vom Faß – trinken. Selbstverständlich im großen Gastgarten. Ich nahm ein Krügerl Baltazar, ein hopfiges Lager mit 5,6%. Und das hat nach dem langen Tag als Belohnung ausgezeichnet geschmeckt.

Pivo im Medvedgrad in Zagreb - Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

Pivo im Medvedgrad in Zagreb – Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

Submarine BBQ – Burger Hipster Style

Abends hatten wir Gusto auf einen schmackhaften Burger. Da ich das Submarine BBQ in der Fußgängerzone (Bogovićeva 7) als Empfehlung bekam, besuchten wir das gleich. Bestellt haben wir einen Hipster Style Burger (100% kroatisches Beef Patty, frischer Babyspinat, Avocado, geräucherter Speck aus Dalmatien, Spezial Submarine Sauce) und einen French Burger (mit Brie, wildem Rucola, weiße Trüffelsauce aus Istrien). Und – gemeinsam – dazu Truffle Grana Padana Fries. Weil ich den Zitronen-Radler von Karlovačko probieren wollte, habe ich mir ein Flascherl bestellt. In Summe ein g’schmackiges Burger-Menü, das den tollen Tag wunderbar abrundete.

Burger Hipster Style im Submarine BBQ in Zagreb - Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

Burger Hipster Style im Submarine BBQ in Zagreb – Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

Express Bar – doppelter Espresso

Da der Frühstückskaffee im Hotel nicht zu genießen ist, spazierten wir in die Express Bar in der Petrinjska 4. Gemütlich in der Fußgängerzone sitzen genossen wir einen doppelten Espresso (ca. 20g Kaffeepulver) sowie einen Cappuccino. Köstlich und genügend Koffein zum Start in den Tag.

Kaffee in der Express Bar in Zagreb - Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

Kaffee in der Express Bar in Zagreb – Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

RougeMarin – Wok Pad Thai & Thunfisch-Steak

Wollten wir ursprünglich ins Mundoaka Streetfood, so haben wir uns dann doch fürs gleich nebenan befindliche RougeMarin City entschieden. Gemütlich in der Fußgängerzone Petrinjska 2 sitzend genossen wir unser Abendessen. Entschieden haben wir uns für ein Wok Pad Thai mit Tiger Prawns sowie ein Thunfisch-Steak mit Sesam. Dazu ein feines Pale Ale von Varionica Craft Beer. In Summe eine hervorragende Wahl, denn das hat ausgezeichnet gemundet.

Thunfisch-Steal im RougeMarin in Zagreb - Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

Thunfisch-Steal im RougeMarin in Zagreb – Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

My Way – Sailors Risotto

Sonntag ist kein empfehlenswerter Tag für Kulinarik in Zagreb. Da haben leider viele Lokale geschlossen. Deshalb besuchten wir mittags ein “touristisches” Lokal. Das My Way Bar & Bistrot. Bestellt haben wir uns einen Sailors Risotto sowie einen Ceasars Salad. Dazu ein kühles Velebitsko Pivo. Schmeckte gut, war aber – erwarteterweise – überteuert.

Sailors Risotto im MyWay in Zagreb - Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

Sailors Risotto im MyWay in Zagreb – Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

Amélie – fantastische Kuchen

Zum Abschluss der Kulinarikreise gönnten wir uns noch etwas Süsses. Bei der wunderbaren Amélie in der Vlaska 6. Denn dort werden hervorragende Kuchen serviert. Wir bestellten uns eine Amélie (mit Mandeln, Vanille und Beeren) sowie eine Juliette (mit Erdbeeren). Ein Hochgenuss vor dem Heimflug.

Amélie Kuchen in Zagreb - Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

Amélie Kuchen in Zagreb – Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

Extratipp: Samoborske kremšnite

Samobor ist ein idyllischer Ort nahe Zagreb. Für uns Naschkatzen ein Pflichtausflug, denn dort befindet sich das Zentrum der Samoborske kremšnite. Vom Busbahnhof in Zagreb (bequem mit der Straßenbahn zu erreichen – Linie 6 direkt vorm Hotel) fährt alle 30 Minuten ein Bus (wir fuhren mit der – klimatisierten – Linie 155) nach Samobor. Der Preis: 28 HRK pro Richtung / pro Person – Tickets direkt im Bus zu kaufen. Die Fahrzeit beträgt ungefähr 45 Minuten (verkehrsabhängig). Vom Busbahnhof in Samobor folgt dann noch ein kurzer Spaziergang Richtung “Centar”.

Samoborske kremšnite in Samobor - Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

Samoborske kremšnite in Samobor – Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

Samoborska klet – Wildschwein vom Grill
Da wir mittags eintrafen, kehrten wir gleich ins Samoborska klet ein. Ein gemütliches Lokal in einem Innenhof am Hauptplatz (Trg kralja Tomislava 7). Sehr ruhig und abseits des Trubels. Da bei unserem Besuch eine Spezialität des Hauses angeboten wurde, haben wir das gleich genommen: ein deliziöses Wildschwein frisch vom Grill mit einem gemischten Salat. Und dazu ein Glas kroatischen Wein – sehr süffig.

Wildschwein Samoborksa Klet in Samobor - Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

Wildschwein Samoborksa Klet in Samobor – Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

Zwei Kremšnita probiert
Von der berühmten Kremšnita haben wir – zum Vergleichen – zwei Exemplare probiert. Eine in der Cafeteria Livadić (Trg kralja Tomislava 1) und eine im U prolazu (fast nebenan auf 5). Unser Fazit: Haben beide ausgezeichnet geschmeckt, aber doch mit Unterschieden. Die Kremšnita im Livadić hat “gewonnen”. Erfreulich auch der Preis: lediglich 9 Kuna :-)

Zagreb - Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

Zagreb – Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

Zagreb – unser Fazit

Uns hat es in Zagreb gefallen. Eine gemütliche Stadt, nicht zu viele Touristen, freundliche Menschen, eine entspannte Atmosphäre sowie ausgezeichnetes Essen & Trinken zu fairen Preisen. Denn das Essen ist viel preiswerter als bei uns, für ein Krügerl Bier bezahlte ich unter 20 Kuna und ein Espresso lag so bei 10 Kuna.

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  1. Gerd 12. Juni 2018

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