NIU N-GT – ein Elektroroller, der mein Interesse weckte

NIU N-GT Elektroroller - Foto © NIU
NIU N-GT Elektroroller – Foto © NIU

Ich bin seit ungefähr vier Jahren begeisterter Vespa-Fahrer. Hauptsächlich in Wien. Da sich in der Stadt ein Elektroantrieb speziell beim Roller voll auszahlt, spähe ich schon laufend auf die Elektro-Vespa Elettrica. Da in unserer Gemeinschaftsgarage leider kein Stromanschluß verfügbar ist, muss der Akku herausnehmbar sein. Was bei der Elettrica leider nicht der Fall sein wird. Deshalb hat der NIU N-GT mein Interesse bekommen …

Elektroroller, die lediglich 45 km/h schaffen, kommen für mich nicht in Frage. Das ist mir zu wenig, da ich am Stadtrand wohne und öfters auf Straßen unterwegs bin, wo ein 70iger erlaubt ist. Deshalb haben mich bisher die Elektroroller von NIU nicht interessiert. Aber das hat sich jetzt mit dem – Anfang 2019 – kommenden Modell N-GT geändert. Denn das schafft 70 km/h Höchstgeschwindigkeit.

Darum würde mich der NIU N-GT reizen

Klar ist, dass ich auf den italienischen Charme und Flair einer Vespa verzichten würde. Aber das würde ich vielleicht in Kauf nehmen. Denn der NIU N-GT liefert ein paar gute Fakten: 

• Die Maximalgeschwindigkeit liegt bei 70 km/h – wie von mir gewünscht. Mehr benötige ich in der Stadt nicht und die Tangente meide ich ohnehin.

• Die maximale Reichweite mit einer Vollladung liegt je nach Modus und Temperatur zwischen 80 und 155 Kilometer – mehr als ausreichend.

• Vorhanden sind zwei herausnehmbare 2.100Wh Batterien von Panasonic. Die Ladezeit – via Dual Charger – beträgt 3,5 Stunden, was locker über Nacht erledigt ist. Das Gewicht liegt bei tragbaren 11 Kilogramm. Auf den Akku gibt’s drei Jahre Garantie und der Lebenszyklus wird mit fünf Jahren angegeben.

• Das Gewicht liegt bei 115 Kilogramm – inklusive Akkus. Dank Stahlrohrrahmen und Plastikverkleidung.

NIU N-GT Elektroroller Dashboard - Foto © NIU
NIU N-GT Elektroroller Dashboard – Foto © NIU

• Angetrieben wird der Roller von einem starken 3.000 Watt Elektromotor von Bosch. Mit 100 Nm und 89% Effizienz dank Energierückgewinnung. Die Fahrleistungen entsprechen dem eines 125er-Rollers.

• Es stehen drei Fahrmodi bereit: E-Save (holt das meiste aus dem Akku heraus), Dynamic (der goldene Mittelweg) und Sport (für Höchstgeschwindigkeit und bester Beschleunigung – zu Lasten der Reichweite).

• Zur Auswahl stehen drei Farben: Weiß mit roten Streifen, Schwarz mit roten Streifen sowie Schwarz mit weißen Streifen.

• Vorhanden sind beispielsweise LED-Beleuchtung, ein großes LCD Smart Dashboard, ein Tempomat, hydraulische Doppelkolben-Scheibenbremsen sowie eine USB-Buchse zum Laden des Smartphones. Um nur ein paar Sachen zu erwähnen.

Mit App und SIM-Karte

Optional kann die NIU E-Scooter App verwendet werden, die fürs iPhone und für Android-Smartphones zur Verfügung steht. Damit lassen sich beispielsweise Updates over-the-air einspielen, für Service-Hinweise, Fahrstatistiken und Analyse-Funktionen aufrufen sowie der Ladezustand und die Reichweite anzeigen.

NIU N-GT Elektroroller App - Foto © NIU
NIU N-GT Elektroroller App – Foto © NIU

Zudem ist ein GPS-gestützter Diebstahlschutz integriert, da im Roller eine Prepaid SIM verbaut ist. Auch hier ist die Nutzung optional. Im ersten Jahr wird das Service gratis sein, danach soll es jährlich ungefähr 50 Euro kosten. Wie NIU bekundet, soll das DSGVO-konform ablaufen.

NIU N-GT & ich?

Ich werde mir nächstes Jahr im Frühjahr oder Sommer den Elektroroller mal live ansehen. Dann werde ich entscheiden, ob ich bei der Vespa bleibe oder ab 2020 einen Wechsel zum NIU N-GT in Betracht ziehe. Denn auch den NIU darf ich in Österreich mit dem B111 Zusatz fahren.

NIU N-GT Elektroroller - Foto © NIU
NIU N-GT Elektroroller – Foto © NIU

Bei Interesse: Der UVP wird bei 4.499 Euro liegen – die Verfügbarkeit wird ab Jänner 2019 angegeben.

22 Kommentare

  1. Ja die Vespa Elettrica wird ziemlich abstinken, besonders weil nur fix verbaute Akkus und noch keine 125er geben wird.

    Neben dem Marktführer bei Elektroroller in ganz Europa (u.a. auch A & D) Niu wird nun auch Bolt Mobility seinen Roller am 6.7 (Livestream ab ca. 19:55) präsentieren.

    Bolt 2 kW (45km/h) 2.900€ (32 km – 856 Wh) bis 5.400€ (190 km – 5.136 Wh)
    Bolt 4 kW (70 km/h) 3.000€ (25 km – 856 Wh) bis 5.500€ (150 km – 5.136 Wh)
    Bolt 7 kW (95 km/h) 3.250€ (20 km – 856 Wh) bis 5.750€ (120 km – 5.136 Wh)
    856 Wh Akku – 500€

    Staufach unglaubliche 65 Liter.

    Niu NGT 3 kW (5,5 kW) (70 km/h) 4.200 Wh – Realreichweite min. 100 km – derzeit 4.000€ (dann 4.500€)

    In Summe bei gleich starkem Akku & Geschwindigkeit kostet der Bolt ca. 5.000€, der Niu derzeit noch 4.000€.

  2. Der Niu ist sicher klasse … aber … Was in Europa (und überall sonst, außer in Taiwan) leider fehlt, ist der Gogoro, quasi das Original bei den Elektrorollern mit herausnehmbarer Batterie. … https://www.gogoro.com/

    Der hat auch den Vorteil, daß im Gegensatz zum Niu kein Radnabenmotor für ungefederte Massen und evtl. thermische Probleme sorgt, sondern der Antrieb sauber über einen Riemenantrieb erfolgt. Sind mit ca. 70,000 verkauften Einheiten auch schon gut am Markt etabliert, aber leider noch nicht international erhältlich.

      1. Wieso? Er hat Vorteile & Nachteile.

        Vorteil: Hinterradreifen ist leicht zu wechseln
        Federkomfort ist wesentlich besser

        Nachteil: nicht so effizient wie Radnabenmotor
        lauter
        Riemen muss alle 20.000 – 70.000 Kilometer gewechselt werden

  3. Der NGT hat leider eine Ladedauer von 7h für beide Akkus. 1 Akku ist in 3,5h geladen. Macht aber nix, Preis-/Leistung ist er trotzdem unschlagbar ;-)

    Hier mal die ca. Realreichweiten von verschiedensten aktuellen Elektrorollern, mit Standard Anzahl an Akkus bei 45 km/h:

    140 km Niu NGT 5,5 kW (4.200 Wh) 4.000€
    130 km Torrot Velocipedo 10kW (6.400 Wh) 7.300€
    105 km Nuuk 10,5 kW (4.800 Wh) 6.900€
    100 km Vespa Elettrica 4 kW (4.128 Wh?) 6.590€
    90 km Kumpan RI 7 kW (2.958 Wh) 7.100€
    85 km Schwalbe 8 kW (2 Akkus, 4.800 Wh) 7.330€
    75 km Niu M+ 1,2 kW (2.016 Wh) 2.300€
    67 km Super Soco CU-X 2,8 kW (1.920 Wh) 2.600€
    61 km Niu N1S 2,4 kW (1.740 Wh) 2.700€
    60 km Nuuk 4 kW (2.400 Wh) 5.400€
    57 km Niu M Pro 1,2 kW (1.536 Wh) 2.300€
    51 km Torrot Muvi 2,65 kW (2.400 Wh) 4.800€
    46 km Kumpan 1953 2,5 kW (1.479 Wh) 3.300€
    45 km Kumpan RI 4 kW (1.479 Wh) 5.100€
    45 km UNU 2 kW (1.440 Wh) 2.300€
    43 km Schwalbe 4 kW (2.400 Wh) 5.730€
    40 km Etergo 2 kW (1.155 Wh) 3.400€
    35 km Niu U 0,8 kW (1.008 Wh) 1.800€

    P.S.: Bis 26.10 kann man ihn hier noch um 3.999€ vorbestellen
    https://igg.me/at/niu/x/10120327

      1. Nö, du kannst 1 nach dem anderen laden oder im Fahrzeug beide gleichzeitig.

        Ob beide außerhalb des Rollers mit dem 1 Ladegerät geladen werden können weiß ich nicht.

    1. Ich habe einen NIU NGT vorbestellt für 3990 inkl. Komplettpaket für Early Birds. Nun ist die Lieferung angekündigt. Ich bin sehr gespannt. Ich verkaufe gerade mein Verbrenner-Auto.

  4. im Niu Shop wird der N-GT günstig angeboten. Als Direktimport aus China.
    Laut Niu Anfrage sind die Roller EU-Approved… was auch immer das bedeutet. Hat schon mal jemand einen Niu direkt aus China bestellt? Wie sieht es da mit der Zulassung aus?
    Werden die wie eine 125er zugelassen?

  5. Für mich ist nur ein Roller interessant der Tempo 85km/h fahren kann. Das LKW-Tempo ist Pflicht für die Landstraße und Autobahn, sonst schieben einen die 40 Tonner.
    Dafür benötigt man ca. 7 kW Antriebsleistung. Der Luftwiderstand und der schlechte Cw Wert eines Rollerfahrers verlangen diese Leistung.
    Mit 3 kW Antriebsleistung erreicht man ca. Tempo 65 km/h was in der Praxis einfach zu niedrig ist. Theoretisch benötigt man für die Verdoppellung der Geschwindigkeit die achtfache !! Antriebsleistung, wenn man ausschließlich vom Luftwiderstand ausgeht.
    Nicht umsonst haben die normalen 125ccm Mopeds eine Motorleistung von 11 kW um Tempo 100km/h fahren zu können. Dafür benötigt man die Fahrerlaubnis der Klasse A1.
    der normale Autoführerschein reicht nicht aus.
    Im Geschwindigkeitsbereich von 80km/h kommt man mit einem 4kWh Akku nicht weit.
    Geschätzte 50km Reichweite kann man damit auf der Landstraße erziehlen.
    Für eine praxistaugliche Reichweite würde man einen 10 kWh Akku benötigen, der dann 50 kg wiegen würde. Damit ist ein Wechselakku nicht mehr umsetzbar.
    Aus meiner Sicht macht momentan Elektroantrieb nur im 50ccm Segment Sinn.
    Für Tempo 45km/h benötigt man max. 1,5 kW Antriebsleistung. Da bleibt das Akkugewicht und die Kosten für 100km (3 kWh, ca. 15kg) Reichweite noch in akzeptablen Grenzen.

    1. Ist halt wie fast immer eine Frage der Anforderungen. Für mich ist solch ein Roller ein Fahrzeug für die Stadt. Da reichen solch Geschwindigkeiten locker aus. Auch wenn ich mal von Wien nach Mödling fahre.

  6. Autobahn macht erst ab echten 100km/h Sinn. Mit 85 wird man immer noch von den LKWs bedrängt. Ich fahr den Jupiter11, der schafft reale 115km/h. Allerdings hält er die Geschwindigkeit nicht lange und die Realreichweite sinkt bei Vollgas auf sehr geringe Werte.
    Um weiter zu kommen ist wieder Dahinzuckeln mit 75 angesagt was die Benutzung der Autobahn wieder fragwürdig macht. Gleichzeitig ist der Jupiter schon ein gewaltiger und schwerer Brocken.
    So gesehen ist der NGT ein sehr guter Kompromiss. Denn die 45km/h Roller sind auch für die Stadt zu langsam, man wird ständig halsbrecherisch überholt und bedrängt.
    Für den städtischen Bereich dürfte der NGT genau richtig sein, da er noch leicht und handlich genug ist um in der Stadt Spaß zu machen. Bei einem 200kg Brocken ist das nicht mehr der Fall.

  7. Der NGT erfüllt eine besondere Anforderung:
    Wer in der Stadt wohnt, hat selten eine Steckdose vor der Tür. Da man beim NIU NGT beide Akkus handlich tragen kann wie zwei 6 Packs Selters á 1,5 Liter in PET. Kann jeder die Akkus von der Straße nach Hause tragen, laden und wieder in den Roller packen. Jedes Kilo schwerer als die ca.10kg schränken den Käuferkreis wieder enorm ein. Somit war ein Kompromiss von Leistung und Kapazität notwendig.
    Und den hat NIU geschaffen:
    Schneller als die den Straßenverkehr behindernden 45km/h, nutzbar auf der Landstraße, und eine Reichweise von 100km, die weit über den durchschnittlichen Arbeitsweg und zurück reichen (Bei mir ca. 50km). Das Konzept geht für mich auf. Denn alle Fahrzeuge mit festverbauten Akkus schieden bezogen auf meine Wohngegend /Lademöglichkeit aus. Keine Lademöglichkeit vor der Tür. Die Reichweite betrug bei vergleichbar teuren Fahrzeugen wie z.B. ein Twizy bis zu 80km… Tendenz im Realverbrauch noch weniger. Somit hätte ich jeden Tag von der Arbeit unterwegs eine Pause machen müssen zum Nachladen. Dann bin ich mit dem Bus schneller. Mit dem NIU NGT zu einem Preis von unter 5000 Euro ohne Akkumiete ist das Konzept sehr gut umgesetzt und überzeugt.

  8. Ich fahr seit heute die Niu NGT und bin als ehemaliger Vespa, 125er und Motorradfahrer begeistert. Ich hab die mir im Crowdfunding vorbestellt, was nochmal einen deutlichen Preisvorteil und zusätzliche Gratis-Goodies gebracht hat. Nun hoffe ich noch auf einen Förderungszuschuss, wodurch die Anschaffung bei ein bisschen über € 3.000,- liegen dürfte.
    Das Ding geht durch den Narbenmotor völlig geräuschlos und zieht eigentlich ganz gut von der Ampel weg.

  9. Wie kann man den NIU NGT laden, wenn man unterwegs ist. Muss man das Ladegerät mitschleppen, oder gibt es einen Adapter an die Steckdose?

    Ich stelle mir vor, dass ich damit ins Büro fahre und tagsüber dort lade. Ansonsten i. d. R. zuhause.

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