Mobiles Festnetz – wie reagieren die “Größeren” & “Kleineren” auf Anfragen?

mobiles Festnetz am Smartphone

Ich wurde von einem Bekannten gebeten, mich – ob der Übersiedlung einer Firma – beim Thema mobiles Festnetz schlau zu machen. Ich habe sechs Anbieter (drei “Größere”, drei “Kleinere”) mit einem detaillierten Anforderungsprofil angeschrieben, um einen ersten Überblick zu schaffen. Dabei habe ich ein paar interessante Erfahrungen gemacht …

Die Ausgangslage war nicht schwierig. Benötigt werden sechs Durchwahlen – für eine Vermittlung, vier Arbeitsplätzen (mit Tischapparat, Schnurlos-Headset, Softphone / App) sowie ein Schnurlostelefon für einen Pausenraum. Die Kundendatenbank gehört mit der TK-Anlage verbunden und es soll direkt aus Outlook heraus telefoniert werden können. Ganz wichtig: Smartphones (iPhone und Android) müssen als vollwertige Nebenstellenanlage funktionieren – d.h. Festnetzanrufe müssen sich auch am Smartphone annehmen lassen und Rückrufe direkt mit der Festnetznummer erfolgen. Ausfallsicherheit, Stabilität sowie Erweiterbarkeit sind ohnehin Grundvoraussetzungen. Das Angebot sollte sowohl eine Kauf- als auch eine Miet-Variante beinhalten. Und zum Ausprobieren wurde noch eine Teststellung angefragt. Keine große Angelegenheit, oder?

Die für ein Angebot eingeladenen Firmen

Angeschrieben habe ich ingesamt sechs Firmen. Entweder per Business E-Mail oder über ein Business-Kontaktformular auf der Website:

3CX via headOn als Distributor
A1 Telekom Austria
Hutchison Drei
NFON
T-Mobile
UNICOPE

Mit einer glasklaren Aufzählung aller Anforderungen und Wünsche. Fast schon eine komplette Projektbeschreibung, um Rückfragen zu minimieren oder ganz auszuschließen. Mein Ziel war es, eine möglichst objektive Beurteilung / Vergleichbarkeit nach mehreren Kriterien zu liefern. Mit den Eckpunkten:

• Wie lange hat es von der Anfrage bis zum Angebot gedauert?
• Habe ich das Angebot verstanden und waren alle wichtigen Punkte drinnen bzw. beantwortet?
• Wie zufrieden war ich mit dem Gesamtangebot?
• Wie freundlich wurde ich als Kunde bzw. als Berater für einen Kunden behandelt?

Unterschiedliche Reaktionszeiten & ignorieren

Die Reaktionszeit ist sicherlich der objektivste Vergleichspunkt: Wie lange hat es – in Arbeitstagen – von meiner Anfrage bis zur Kontaktaufnahme gedauert? Wann hatte ich das vollständigen Angebot in meinem Posteingang? Das ist eine erste, wichtige Grundlage für eine Entscheidung. Denn aus langjähriger Erfahrung bekundet: Wenn ein Unternehmen schon beim Erstkontakt nicht auf Zack ist, dann wird es nachher im tagtäglichen Geschäftsbetrieb nicht flotter werden. Hier die Reaktionszeiten:

• 3CX / headOn: Der telefonische Erstkontakt vom Distributor erfolgte nach ein paar Minuten, das Angebot vom Händler (Eins-A Systemhaus) traf nach sechs Arbeitstagen ein.

• A1 Telekom Austria: Der Erstkontakt war nach zwei Arbeitstagen. Sie konnten dann aber aus organisatorischen Gründen kein Angebot legen.

• Hutchison Drei: Versprochen wurde in einer automatisierten E-Mail-Antwort eine Kontaktaufnahme nach spätestens drei Werktagen. Doch es herrschte danach komplette Funkstille.

• NFON: Die Angebot kam – ohne Rückfragen – nach zwei Arbeitstagen.

• T-Mobile: Keine Reaktion – trotz Nutzung des Anfrageformular auf deren Website. Nach 3 Wochen (!) meldete sich T-Mobile telefonisch mit ein paar Entschuldigungen wie Urlaub, Krankheit, Händler überfordert, Zusammentreffen unglücklicher Umstände. Ein schriftliches Angebot hat sich danach erübrigt.

• UNICOPE: Die Beantwortung kam gleich am nächsten Arbeitstag.

Mein Fazit: Je größer das Unternehmen (Konzern), desto weniger ist man offenbar an solch Anfragen interessiert. Mag daran liegen, dass es ein simpler Auftrag von einem Kleinunternehmen ist oder daran, dass ich als Drittperson für einen Betrieb anfragte.

War das Angebot verständlich & vollständig?

Habe ich das Angebot verstanden und waren alle gewünschten Punkte drinnen bzw. beantwortet? Wie zufrieden war ich mit dem Gesamtangebot? Das kann ich generell mit einem Ja beantworten. Das liegt aber sicherlich auch daran, dass schon im Vorfeld die Anforderungen und Fragen detailliert ausformuliert wurden. Denn je besser die Vorbereitung eines Projekts, desto einfacher wird dann die Abwicklung. Nicht nur für sich selbst, sondern auch für die teilnehmenden Partner.

Bei den Preisen gab es größere Unterschiede in den einzelnen Punkten. Bei den Gesamtkosten hat sich das dann wieder relativiert. Die Preise waren fair und sicherlich in der zweiten Runde dann nach verhandelbar. Von den Preisen her klang das alles fair und für ein Kleinunternehmen finanzierbar.

Anfragen mobiles Festnetz – mein Fazit

Die “großen Drei” haben bei meinen Anfragen kläglichst versagt. Entweder durch eine falsche, organisatorisch bedingte Einschätzung (A1 Telekom Austria), durch komplettes Ignorieren (Hutchison Drei) oder durch ein extrem verspätetes Reagieren (T-Mobile). Was jetzt nichts mit dem Produkt “mobiles Festnetz” selbst zu tun hat. Da sollten sich wohl alle drei Platzhirschen Gedanken dazu machen, ob hier nicht Chancen leichtfertig weggeworfen werden.

Die “kleinen Drei” haben bei meinem Erstkontakt voll gepunktet. Sowohl headOn & Eins-A, NFON als auch UNICOPE. Da wurde ich freundlich behandelt (ein – nicht nur für mich – ganz entscheidendes Argument), man ging auf die gestellten Fragen ein, die Angebote waren verständlich, eine Vertrauensbasis wurde geschaffen. Die endgültige Entscheidung liegt dann – in einer zweiten Runde – im Detail.

Somit als Fazit zusammengefasst: Die “kleinen” Anbieter sind für mich beim Thema mobiles Festnetz eindeutig die besseren und kompetenteren Ansprechpartner!

P.S.: Ich persönlich hätte das Angebot von UNICOPE genommen. Was sicherlich daran liegt, dass ich das Produkt schon selbst länger zufrieden in Verwendung habe. Und somit eine positive Erfahrung aus der Praxis einbringen kann. Ich habe alle Funktionen, die ich brauche. Die Kosten sind überschaubar. Ich bekomme eine mobile Festnetznummer. Ich kann sofort ohne technische Kenntnisse starten. Die App läuft problemlos und wird regelmäßig – ohne Kosten – mit Updates versorgt. Und mit “unified messaging” stehen – bei Bedarf – Videokonferenzen, Desktop-Sharing, Fax-Funktionalität sowie ein Chat mit verschlüsselter Dateiübertragung bereit.

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