Filterkaffee – die De’Longhi Clessidra stellte sich meinen Anforderungen

Clessidra Filterkaffeemaschine - Foto © De'Longhi

Clessidra Filterkaffeemaschine – Foto © De’Longhi

De’Longhi bietet uns eine funkelnagelneue Filterkaffee-Maschine an. Der Name: Clessidra. Das kommt aus dem Italienischen und heißt übersetzt Sanduhr. Um auszuprobieren, ob es einen geschmacklichen Unterschied zu meinem handgebrühten Filterkaffee gibt, habe ich mir ein Exemplar ausgeborgt …

Ich bin zu einem Filterkaffee-Genießer gereift. Ich mag diese Form der Zubereitung und mache das fast tagtäglich mit großer Freude. Eine sehr entspannende Tätigkeit, da ich – fast – alles manuell erledige. Vom Mahlen der Bohnen bis hin zum Aufgießen. Ich wollte nun wissen, ob ich bei der “elektrischen” Zubereitung geschmackliche Abstriche machen muß. Denn die Sanduhr-fömige Clessidra soll der Handfilterung ebenbürtig sein. Bevor ich zu meinem subjektiven Vergleich komme, vorweg die wichtigsten Informationen über die Maschine.

De'Longhi Clessidra Filterkaffeemaschine - Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

De’Longhi Clessidra Filterkaffeemaschine – Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

Zubereitung sanft oder mit Schwallbrühung

Der Filterkaffee kann auf zwei Arten gebrüht werden: nach ECBC Standard (European Coffee Brewing Center) oder mit Schwallbrühung. Beides vollautomatisch – auf Knopfdruck.

• Das standardisierte ECBC-Verfahren legt die Zubereitung nach fixen Parametern fest. Salopp zusammengefasst: ungefähr 60 Gramm Kaffee auf 1 Liter Wasser, eine Wassertemperatur von 92°C bis maximal 96°C und eine Brühzeit von 1 bis 8 Minuten (je nach Mahlgrad). Die Clessidra ist dafür zertifiziert.

• Beim Schwallbrüh-Verfahren wird die gesamte Wassermenge zuerst vollständig erhitzt und danach schwallartig in den Kaffeefilter gegossen. Das erfolgt über einen Wasserauslass mit Löchern im Deckel der Kaffeekanne. So gelangt das heiße Wasser dank automatischer Durchfluss-Kontrolle direkt in den Kaffeefilter, der in die Glaskanne eingesetzt ist. Das Kaffeepulver wird so gleichmäßig übergossen – Voraussetzung für einen aromatischen Filterkaffee.

Clessidra Filterkaffeemaschine - Foto © De'Longhi

Clessidra Filterkaffeemaschine – Foto © De’Longhi

Was nicht vorhanden ist: Blooming (Aufblühen). Bei dieser ca. 30 Sekunden langen Vorbrüh-Funktion quellt der Kaffee auf, überschüssige Gase entweichen und das Kaffeepulver saugt sich mit Wasser voll, was die Extraktion begünstigt.

Und nicht vergessen: Hochwertige Bohnen kaufen und frisch mahlen – zum Beispiel mit der De’Longhi Dedica Kaffeemühle, die ich ebenfalls schon ausprobierte.

Die weiteren Eckdaten im Überblick

• Der Wasserbehälter ist aus Glas und nicht abnehmbar. Minimal sind 250ml (entspricht zwei Tassen), maximal 1.250ml (zehn Tassen) möglich. Dazwischen sind noch Markierung für 500ml (vier Tassen), 750ml (sechs Tassen) und 1.000ml (acht Tassen) angebracht. Der Wasserstand beim Eingießen lässt sich über ein Sichtfenster ansehen. Während des Aufbrühens bildet sich jede Menge Kondenswasser.

• Das Thermostat sorgt für eine konstant hohe Brühtemperatur zwischen 92°C und 96°C. Denn zu heiß bedeutet bitter und zu kalt ergibt sauer. Bei Bedarf wird das während der Zubereitung automatisch nochmals erhitzt.

• Die automatische Stand-By Funktion aktiviert sich 40 Minuten nach dem letzten Kaffeebezug. Es gibt leider keinen eigenen Ein-/Ausschalter – d.h. Netzstecker ziehen oder Steckdose mit Schalter verwenden.

• Die Warmhalteplatte ist versiegelt – mit automatischer Abschaltung nach 40 Minuten. Ich trinke den Kaffee aber ohnehin sofort.

Clessidra Filterkaffeemaschine - Foto © De'Longhi

Clessidra Filterkaffeemaschine – Foto © De’Longhi

• Der Filterhalter ist herausnehmbar und lässt sich in die mitgelieferte Ablage geben. Verwendet werden Standard V-Filter der Größe 4.

• Bei Herausnahme der Glaskanne während des Brühvorgangs aktiviert sich ein Tropf-Stopp.

• Die Abmessungen betragen ca. 19x28x33 cm – somit eine eindrucksvolle Maschine.

• Die Reinigung ist schnell erledigt. Und damit nicht aufs regelmäßige Entkalken vergessen wird, ertönt bei Bedarf ein Alarm.

De’Longhi Clessidra – mein Fazit

Wer gerne Filterkaffee trinkt und gleich eine größere Menge davon benötigt, der bekommt mit der Clessidra eine leiwande Maschine. Die Zubereitung ist simpel und das Ergebnis schmeckte mir. Ich bin zwar bei der Zubereitung nicht so flexibel wie bei der Handfilterung, aber dafür kann ich größere Mengen bequemer zubereiten. Ideal auch für kleinere Büros oder Abteilungen. Mein einziger Kritikpunkt betrifft das oftmalige, laute Klicken beim Öffnen/Schließen der Tropfmechanismuseswährend der Zubereitung. Das nervt auf Dauer.

Würde ich mir eine Clessidra kaufen? Wenn ich das Handfiltern nicht so gerne machen würde, dann hätte ich sie mir sogleich zugelegt. Fast schade.

Bei Interesse: Die De’Longhi Clessidra kostet ungefähr 130 Euro (UVP).

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