Wortspende: Eingeläutet ist mein Abschied von Apple auf Raten

Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge
Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

Ich verwende seit über 30 Jahren Produkte von Apple. Ohne jemals ein Fanboy gewesen zu sein. Der Einstieg erfolgte damals mit einem Macintosh SE. Aktuell bin ich noch komplett im Apfel-Universum drinnen. Allerdings driften seit einiger Zeit meine Anforderungen und deren Angebote immer weiter auseinander. Somit ist mein Abschied auf Raten eingeläutet …

Geschichten über Apple werden meistens emotional ausgetragen. Wer kürzer als 30 Jahre deren Produkte verwendet, der darf diese Emotionen gleich für sich behalten. Wie schon eingangs erwähnt: Ich bin kein Fanboy. Ich verwende Apple-Hardware (aktuell MacBook Air 13, iPhone 6s, iPad mini, TV 4 – somit auch nicht mehr die jüngsten Exemplare), weil sie meinen Anforderungen entsprachen / entsprechen. Weil ich damit zufrieden bin. Weil sie mir optisch gefallen. Image ist mir “blunzn”, wie wir so treffend in Wien formulieren.

Die hohen Anschaffungspreise bewerte ich so: Ich sehe Kosten auch in Relation zu Nutzen, Freude, Wiederverkauf. Ich zahle da, nicht nur bei Apple, oft höhere Preise, wenn für mich alles passt. Es ist ausschließlich eine Frage, was ich bereit bin für ein Produkt auszugeben und was ich davon habe. So würde ich mich auch nicht echauffieren, wenn ein iPhone über 2.000 Euro kostet. Ich werde ja nicht zum Kauf gezwungen. Alles klar?

Gebunden ans Apple-Universum?

Jedes Unternehmen will seine Kunden an die eigene Marke, ans eigene Universum zu binden. Das kalifornische Unternehmen beherrscht das vermutlich am Allerbesten. Und in der Praxis stimmt es auch meistens, dass es in dieser abgeschotteten Welt so halbwegs tadellos läuft. Aus langjähriger Erfahrung bekundet – mit Betonung auf “so halbwegs”.

Mein erster Schritt beim Abschied auf Raten: Ich kaufe künftig kein Zubehör mehr, das ausschließlich mit Apple-Produkten funktioniert. Das betrifft beispielsweise HomeKit und Lightning.

Smartphone: Das iPhone habe ich abgehakt

Ein Smartphone ist für mich ein Werkzeug, das ich oft verwende. Beispielsweise zum Knipsen, für Musik, als Navi, zur Verwaltung von Terminen und Aufgaben, als Notizblock, zum Handyparken, zum Freischalten und Beantworten von Kommentaren im Blog, für Benachrichtigungen beim Online-Banking, für die Wettervorschau, für Tickets, fürs Radfahren und noch so manches mehr. Somit ist es mein meistbenutztes mobiles Gerät.

Da ich seit einiger Zeit nebenbei auch ein Xiaomi MI A1 Android-Smartphone verwende, reifte in der Praxis die Erkenntnis, dass ich kein iPhone (aber auch kein Flaggschiff eines anderen Anbieters) benötige. Ich sehe für meine Nutzung keinerlei Mehrwert. Den fürs MI A1 habe ich weniger als 190 Euro bezahlt. Bis auf die Kamera könnte ich heute umsteigen – ohne Einschränkung. Somit wird mein nächstes Smartphone kein iPhone. Wie schon in der Geschichte “Ich verwende mein altes Smartphone bis es den sprichwörtlichen Geist aufgibt” erzählt. Apple hat hier kein vom Preis-/Leistungsverhältnis passendes Gerät für mich. Wenn ich heute ein neues Smartphone bräuchte, dann würde ich eines der Modelle von Nokia oder Xiaomi nehmen. Mit Android One als Betriebssystem. Zu einem Bruchteil des Preises eines iPhones.

Thema Betriebssystem: iOS 12 und Android 9 Pie sehe ich persönlich auf Augenhöhe. Mit Vor- und Nachteilen auf beiden Seiten. Bekundet aus der tagtäglichen Praxis. Da bei Android One auch das Thema Updates (hauptsächlich Sicherheit) passt, habe ich das bereits als OK abgehakt. Ein Umstieg wäre ebenso kein Problem, da fast alle der von mir derzeit genutzten Services eh schon auf beiden Systemen laufen. Somit wird der Nachfolger meines 6s kein iPhone mehr sein.

Notebook: Das MacBook Air würde ich ungern ersetzen

Vor einiger Zeit erzählte ich euch die Geschichte “Würde ein Chromebook als mein einziges Notebook passen?“. Ein Umstieg wäre möglich, allerdings nicht sehr gerne. Für mich ist das MacBook Air auch nach vielen Jahren noch immer ein gut passendes Notebook. Ich brauche nicht mehr – weder bei der Leistung noch bei der Auflösung des Bildschirms, noch bei der Ausstattung.

Das neue MacBook Air hat nun einen Retina-Bildschirm, weniger Rand ums Display, USB-C sowie Touch ID. Dafür keinen SD-Slot. Das wird sicherlich die Mehrzahl der Interessenten freuen, ich bräuchte es nicht. Denn dadurch erhöht sich der Preis des billigsten Air auf etwa 1.350 Euro. Da meine Schmerzgrenze weit unterhalb – so um die 850 Euro herum – liegt, werden mein “altes” Air und ich bis zu seinem “Ableben” zusammenbleiben. Danach wird es wohl ein Chromebook werden.

Tablet: iPad für den Medienkonsum

Habe ich früher das Tablet vielfältiger genutzt, so ist es heute fast ausschließlich für den Medienkonsum da. Hauptsächlich Lesen und Sehen. Das Hören erfolgt meistens übers Smartphone. Derzeit habe ich ein iPad mini mit LTE. Auf LTE werde ich künftig verzichten, da ich das Tablet zu 99% daheim verwende. Und fürs restliche Prozent gibt’s den Hotspot vom Smartphone. Daher würde auch ein “billiges” Android-Tablet genügen. Solange das iPad mini funktioniert, verwende ich es selbstverständlich weiter. Danach entscheide ich spontan, was ich mir kaufe.

Was mache ich mit Apple TV?

Ein Hardware-Produkt fehlt jetzt noch: TV. Das erfüllt derzeit zwei Aufgaben: Die Fern-Steuerung einiger Smart Home Dinger mit HomeKit (z.B. eine Eve Energy Steckdose und zwei Eve Fenster-Sensoren) und für Netflix auf einem Fernseher. Somit kein Haxenbruch, wenn das TV seinen Geist aufgibt. Und wenn ich es mal gar nicht mehr benötige, dann wird es – vermutlich noch immer zu einem guten Preis – verkauft.

Services & Apps von Apple

Abseits der Hardware sind die noch ein paar Services und Apps, die ich derzeit verwende.

• Musik: Am iPhone gefällt mir Apple Musik am besten. Zudem gibt’s ein Jahresabo um 99 Euro und ich kann mit iTunes-Gutscheinen bezahlen, die ich fast immer mit -15% kaufe. Wenn ich kein iPhone mehr habe, könnte ich das Service auch unter Android weiter verwenden. Das werde ich aber nicht tun, sondern den Anbieter wechseln. Vermutlich auf Spotify. Das passt dann gut mit all seinen möglichen Einbindungen.

• Wichtig ist mir eine minimalistische Verwaltung der Aufgaben. Das erledige ich derzeit in den Apple Erinnerungen via GoodTask. Daran habe ich mich gewöhnt und es erfüllt meine Anforderungen. In der Android-Welt würde ich dann die hauseigenen Google-Apps (Tasks und Notizen mit Erinnerungen) nehmen – das habe ich schon ausprobiert. Ein Umstieg wäre jetzt schon möglich, da die Google-Apps eh unter iOS und im Web laufen.

• Familie und Freunde, die mit mir via iMessage kommunizieren, werden sich halt umgewöhnen müssen. Zum Beispiel auf Signal.

• Viele andere Services agieren ohnehin schon länger universell. Zum Beispiel liegen die Bilder bei Google Fotos und die Geschichten schreibe ich hauptsächlich in Google Notizen.

Mein Abschied von Apple auf Raten – der Fahrplan

Wie schnell/langsam mein Abschied von Apple abläuft, das liegt an den aktuell genutzten Geräten selbst. Wird das iPhone kaputt, dann kaufe ich mir ein Smartphone mit Android One und wechsle wenige Services. Wird das MacBook Air kaputt, dann kaufe ich mir ein Chromebook. Wird das iPad mini kaputt, dann wird es ein Tablet mit Android.

Auf alle Fälle habe ich den Abschied von Apple eingeläutet. Meine Anforderungen werden woanders ebenso erfüllt. Mit dem positiven Effekt von weitaus günstigeren Preisen.

9 Kommentare

  1. longtom 22. November 2018
    • Helmut Hackl 22. November 2018
      • longtom 22. November 2018
        • Helmut Hackl 22. November 2018
  2. Wolfgang 23. November 2018
    • Helmut Hackl 23. November 2018
      • Wolfgang 26. November 2018
  3. Peter 27. November 2018
  4. Bernd 1. Dezember 2018

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