¡hola! – großartig war unsere Kulinarikreise nach Madrid

Madrid - Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge
Madrid – Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

Ich war seit über 35 Jahren nicht mehr in Madrid. Deshalb war es an der Zeit, der spanischen Hauptstadt einen Besuch abzustatten. Gemeinsam mit einem Freund machte ich eine entspannte Kulinarikreise. Hier unsere kulinarischen Erlebnisse …

Flug, Transfer & Unterkunft

Geflogen sind wir mit Eurowings. Da schnappten wir uns letztes Jahr in einer Aktion ein preiswertes 80-Euro-Ticket (pro Person für Hin- und Rückflug). Mit angenehmen Flugzeiten: Dienstag um 12:40 Uhr hin, Freitag um 17:30 Uhr retour. Die Flugdauer: etwas über drei Stunden. Vom Flughafen Barajas ins Zentrum nahmen wir die Metro. Einquartiert haben wir uns im zentral gelegene Hotel Liabeny, ein paar Schritte von der Metro “Sol” entfernt.
So nebenbei: Insgesamt legt ich zu Fuß mehr als 70 Kilometer zurück und machte dabei fast 100.000 Schritte.

Hinweis: Alles rund um Kaffee in Madrid erzähle ich einer eigenen Geschichte im Kaffeehäferl. Da haben wir einige leiwande Kaffeebars besucht … weiterlesen im Kaffeehäferl

Essen in Spanien – öfters am Tag

In Spanien gelten bei der Kulinarik andere Gepflogenheiten. Das betrifft sowohl die Essenzeiten als auch die Anzahl der Mahlzeiten. Denn man isst öfters. Ein “durchschnittlicher” Tag würde dann so aussehen:

Chocolate con Churros in der San Gines Chocolateria - Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge
Chocolate con Churros in der San Gines Chocolateria – Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

8-11 Uhr: Desayuno

Zum Frühstück wird gerne mit Chocolate con Churros gestartet. Ein länglicher Krapfen, der in die heiße Schokolade eingetaucht wird. Alternativ auch Porras (“Knüppel”), die dickere Variante der Churros. Oder man gönnt sich Pan con tomate (getoastetes Brot mit Paradeiser, Knoblauch, Olivenöl) und Los picatostes (kleine Brotscheiben, mit Butter getoastet oder frittiert.
Wer Kaffee bevorzugt: Café “un solo” (Espresso), “un cortado” (mit Schuß Milch), “un con leche” (halb/halb).

Langostinos al Ajillo in der Casa Alberto - Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge
Langostinos al Ajillo in der Casa Alberto – Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

11-13 Uhr: Almuerzo

Als Imbiss für den Hunger zwischendurch vielleicht einen Pincho (übersetzt: kleine Portion) de Tortilla Española (spanisches Omelette) oder das beliebteste Fast Food der Stadt, ein Bocata de Calamares (panierte Tintenfischringe im Baguette).

Papas Arrugadas im Mercado de San Anton - Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge
Papas Arrugadas im Mercado de San Anton – Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

13-14 Uhr: Aperitivo

Um den Appetit anzuregen holt man sich Una caña (kleines Bier vom Fass), Un vermú (der beste Wermut wird gezapft), Wein oder Un Jerez (Sherry) in Begleitung einer Tapa oder eines Pinchos. Zum Beispiel Patatas Bravas (Erdäpfel mit würziger Tomatensoße), Soldaditos de Pavía (“Soldaten” – panierter, frittierter Kabeljau mit rotem Paprika), Croquetas (panierte und frittierte Bechamel-Kroketten gefüllt mir Schinken, Fleisch oder Steinpilzen) oder Encurtidos (in Essig und Salz eingelegte Lebensmittel).

Paella Especial de Marisco in der Arroceria - Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge
Paella Especial de Marisco in der Arroceria – Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

14-16 Uhr – Comida

Comida ist die reichhaltigste Mahlzeit des Tages. Ein gute Gelegenheit, die traditionellen Gerichte der spanischen Küche zu probieren ist ein Menú del día. Beliebt sind auch Plato combinado (Spiegeleier, Würstchen oder einem Schnitzel mit Pommes frites oder Salat), Cocido (Nudelsuppe und als Hauptgericht ein Fleischeintopf mit Speck, Kichererbsen und anderen Zutaten wie Karotten, Rüben, Kohl, Erdäpfeln, Morcilla / Blutwurst und Chorizo), Asados (gebratenes Milchlamm oder Ferkel), Pisto manchego (sautierte Zwiebeln, Zucchini, Melanzani und Paradeiser, Spiegelei), Huevos rotos (Spiegeleier mit frittierten Erdäpfeln und Schinken), Gazpacho (kalte Suppe aus Paradeisern, Gurken, Paprika, Zwiebeln und Knoblauch, Migas (traditionelles Hirtengericht aus Brotkrumen, die in der Pfanne mit Paprikagewürz, Speck und Chorizo angebraten werden) sowie Arroces (in zig Varianten – z.B. Paella, Arroz Negro, Caldero, Arroz con Costra).

süße Verführung im Mercado San Miguel - Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge
süße Verführung im Mercado San Miguel – Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

16-20 Uhr: Merienda

Für alle Nachkatzen gibt es am späteren Nachmittag jetzt Süßigkeiten. Das Angebot ist abhängig von der Jahreszeit. Zum Beispiel Torrijas (in Milch oder Wein getauchtes Brot, paniert mit Eiern und frittiert), Bartolillos (mit Creme gefüllte Teigtaschen, in der Pfanne gebraten), Buñuelos (Windbeutel), Huesos de Santo (aus Mandelteig hergestellter traditioneller “Knochen des Heiligen”), Barquillos (Waffeln bei zahlreichen Ständen auf Plätzen), Turrones (aus Mandeln hergestellter harter oder weicher Nougat), Mazapán (Marzipan) oder Violetas (kleine, traditionelle Bonbons)

Gin in Fizz in der Del Diego Cocktail Bar - Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge
Gin in Fizz in der Del Diego Cocktail Bar – Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

21-23 Uhr: Cena

Das leichte Abendessen besteht meistens aus Getränken (auch gerne mehreren) mit Tapas. Der Name Tapa (übersetzt: “Deckel”) soll daher kommen, dass früher damit das Glas bedeckt wurde, um es vor Fliegen zu schützen. Beliebt ist dabei ein Gericht zum Teilen: Ración. Das sind Wurstwaren, Käse, Tintenfische, Oktopus, Sepia, Paprika, Fleischbällchen, Erdäpfel u.s.w.

Kulinarik in Madrid - Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge
Kulinarik in Madrid – Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

Spezialtipp: Mercados

Unbedingt besucht gehört einer der zahlreichen Mercados. Sowohl wegen der hervorragenden Kulinarik als auch wegen der Stimmung. Zu verkosten sind beispielsweise Jamón ibérico (vom iberischen Schwein aus Freilandhaltung, das hauptsächlich mit Eicheln gefüttert wird), Embutidos (Wurstwaren wie Chorizo, Longaniza, Salchichón) sowie Quesos (z.B. der Manchego oder die Torta del Casar). Nicht zu vergessen Aceite de Oliva.

Mozheart Mozzarella Bar im Mercado San Miguel - Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge
Mozheart Mozzarella Bar im Mercado San Miguel – Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

Wir haben zwei Märkte besucht:

Mercado de San Miguel am Plaza de San Miguel: Dort wird ausschließlich Essen & Trinken serviert. Viel kleine Stände und immer bestens besucht. Man holt sich Essen und Trinken, stellt sich irgendwo dazu und genießt die Kulinarik. Großartig!

Mercado de San Anton in der Calle de Augusto Figueroa 24. Dort sind einige kleiner Stände mit unterschiedlichen Köstlichkeiten. Nicht so touristisch, aber schmackhafte Qualität.

Ein paar kulinarische Anregungen

Wir haben uns einige Lokale angesehen und ein paar davon besucht. Hier ein paar Anregungen:

Casa Alberto in der Calle de las Huertas 18 – eine typische, kleine Tapasbar, die es seit 1827 gibt. Urgemütlich. Wir bestellten Langostinos al Ajillo. Mit frischem Brot und viel Knoblauch.

Casa Alberto in Madrid - Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge
Casa Alberto in Madrid – Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

San Gines Chocolateria in der Pasadizo de San Ginés 5 – hier werden seit 1894 Churros und heiße Schokolade serviert. Das Lokal hat zwar der Charme einer Bahnhofshalle, aber die Dinger sind einfach großartig. Chocolate con 6 Churros kosten 4,20 Euro. Das muss man probiert haben.

Platea Madrid Gourmet Market in der Calle de Goya 5-7 – ein edler Treffpunkt für Gourmets.

Bar La Venencia in der Calle Echegaray 7 – der Treffpunkt für alle Freunde von Sherry. Direkt vom Faß stehen zahlreiche Sorten zum Probieren bereit. Zu fairen Preisen. Irgendwo findet sich schon ein Platzerl an der Bar, denn das Lokal erfreut sich großer Beliebtheit.

Mamá Framboise in der Calle de Fernando VI 23 – wer süße Verführungen mag, der ist hier goldrichtig. Ein Traum für alle Nachkatzen.

Del Diego Cocktail Bar in der Reina 12 – eine dieser typischen Bars in Madrid. Die Spezialität des Haus ist der Gin Fizz, der mir gut schmeckte.

Arroceria Antigua Casa de la Paella in der Calle de la Pada 2 – ein Spanien-Besuch ohne Paella geht gar nicht. Gemütlich in der Sonne sitzend gönnten wir uns eine hervorragend Paella Especial de Marisco.

Arroceria in Madrid - Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge
Arroceria in Madrid – Foto © Helmut Hackl | Mobility Lounge

Madrid – unser kulinarisches Fazit

Es war wieder einmal eine wunderschöne Kulinarikreise, die wir nicht nur kulinarisch in vollen Zügen genossen. Denn das Wetter war fast schon sommerlich bei strahlendem Sonnenschein. Und im Freien bereitet das alles noch viel mehr Vergnügen.

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