Tablet als Ersatz fürs Notebook – mit iPadOS mache ich einen neuen Anlauf [Update]

iPadOS - Foto © Apple
iPadOS – Foto © Apple

Apple wird ab Herbst beim iPad nicht mehr iOS als Betriebssystem verwenden, sondern das erweiterte iPadOS. Das ließ mich meinen Plan, mir ein neues Notebook zu kaufen und künftig komplett auf ein iPad zu verzichten, neu überdenken. Allerdings bräuchte ich dann ein neues iPad …

Meine aktuell verwendeten Apple-Geräte (iPhone 6s, iPad mini 2, MacBook Air) haben schon ein paar Jährchen am Buckel und werden wohl in den nächsten Monaten teilweise erneuert. Vor ein paar Wochen habe ich mir die Frage gestellt, ob ich denn künftig zusätzlich zum Notebook überhaupt noch ein Tablet benötige. Mit der Antwort: Nein. Die Kombination Notebook und Smartphone ist für mich ausreichen. Da mein nächstes Smartphone doch wieder ein iPhone (die Apple Watch hat sehr viel zu dieser Entscheidung beigetragen) wird, hätte ich irgendwann mein MacBook erneuert.

Doch dann hat Apple angekündigt, dass die iPads künftig iPadOS als Betriebssystem bekommen. Das bringt einige Neuerungen / Erweiterungen gegenüber iOS mit, womit ein iPad mit Stift und Tastatur nun doch wieder ein möglicher Ersatz fürs MacBook wäre. Zum Ausprobieren ist aber ein neues Tablet notwendig, da mein “uraltes” iPad Mini 2 erstens kein Update mehr auf iPadOS kriegt und zweitens schon gemächlicher unterwegs ist. Außerdem biete ich es schon auf Willhaben an.

Kurzer Exkurs. Da ich mich nicht mit Windows beschäftigen will, schied ein Surface-Tablet sogleich aus. Obgleich mir das Konzept gefällt. Auch das Thema Android am Tablet habe ich schnell abgehakt. Somit bleibt das iPad als einziges für mich relevantes Produkt übrig. Subjektiv bekundet. Ende Exkurs.

Zwei iPad-Modelle zur Auswahl: Pro 11″ oder Air 3

Ein iPad Pro 11″ mit Pencil und Tastatur kostet jenseits der 1.000 Euro. Da ich das Pro nicht brauche, ist das iPad Air 3 – mit 64GB oder 256GB Speicher – mehr als ausreichend. Da sind dann etwa 600 Euro (64GB) bzw. 770 Euro (256GB) zu investieren. Kurz überlegte ich mir auch das zwei Jahre alte iPad Pro 10.5. Das verwarf ich aber wieder, da mir im Vergleich das Air 3 von 2019 doch mehr behagt. So nebenbei: Ich hatte schon alle drei Modelle vergleichend in Händen.
Angemerkt: Das iPad Pro hätte bei mir gegenüber dem Air hauptsächlich mit einem noch besseren Bildschirm sowie USB-C gepunktet. Das ist mir aber den hohen Aufpreis doch nicht wert.

Update 15.8.2019: Ich kaufte mir ein iPad Air 3 LTE. Warum ich beim Speicher doch “nur” 64GB nahm, hat einen einfachen Grund: Ich habe am iPad keine größeren Datei fix liegen. Die befinden sich entweder in der Cloud und/oder auf einem Speichermedium, das ich unter iPadOS dann direkt ansprechen kann. Somit smarte ich mir den Aufpreis auf 256GB.

Angemerkt: Es geht mir bei dieser Entscheidung nicht um finanzielle Überlegungen. Mir würde vielmehr ein Tablet (mit abnehmbarer Tastatur und Stift) bei der täglichen Arbeit – daheim und unterwegs – besser zusagen.

Die Auswahl des Stifts

Beim Stift werde ich beim iPad Air statt dem Apple Pencil den Logitech Crayon oder den eleganteren Adonit Note nehmen. Bis auf die – von mir nicht benötigte – Druckempfindlichkeit gibt es – selbst ausprobiert – keine nennenswerten Unterschiede. Außer beim Anschaffungspreis. Denn den Crayon sichtete ich schon um die 55 Euro, den Note um die 50 Euro herum.
Update 14.8.2019: Ich habe mich für den Adonit Note entschieden und vorweg in einer Sonderaktion gekauft.

Angemerkt: Beim iPad Pro hätte ich auf alle Fälle den Original Pencil 2 genommen. Auch wenn dieser – unverschämte – etwa 125 Euro kostet. Das wären mir das drahtlose Laden am iPad Pro und die Haptik wert gewesen.

Die Auswahl der Tastatur

Ob ich eine zusätzliche Tastatur für unterwegs benötige oder nicht, das muss ich mir noch überlegen. Daheim am Schreibtisch liegt ohnehin ein Apple Magic Keyboard mit Bluetooth. Zusammen mit den Canopy Case ist es auch gut transportabel.

Nur-WLAN oder mit WLAN+LTE?

Das iPad gibt’s mit WLAN sowie mit WLAN & LTE. Der Unterschied liegt beim Air (im Straßenpreis) so um die 120 Euro herum. Da ich öfters mit dem Tablet unterwegs bin, muß ich nicht immer den Hotspot vom iPhone nutzen und manchmal ist GPS eine nützliche Sache. Aber das ist pure Bequemlichkeit und keine Notwendigkeit.
Update 15.8.2019: Ich nahm das iPad Air 3 mit LTE.

Wofür ich das Notebook noch verwende

Einen Großteil der Sachen erledige ich ohnehin schon lieber mit iPhone & iPad. Da verwende ich das Notebook nur mehr dann, wenn ich davor sitze. Somit bleiben hauptsächlich Aktivitäten für meine beiden Blogs (Mobility Lounge und Kaffeehäferl) übrig.

• Bilder bearbeite ich am MacBook im Pixelmator, bevor ich sie in WordPress stelle. Das betrifft hauptsächlich die Anpassung der Größe der Fotos und die Collagen der Screenshots. Das dürfte wohl am iPad zu schaffen sein, da die App auch dort erhältlich ist.

• Ich sichere regelmäßig alle WordPress-Dateien vom Web-Server – zusätzlich zum Backup in der Cloud – per FTP aufs Notebook und von dort auf eine USB-SSD. Da gibt es aber funktionierende Alternativen – z.B. via Web-FTP oder ein WP-Plugin. Zudem könnte ich dafür notfalls aufs Notebook meiner Frau oder auf mein altes Chromebook ausweichen.

• Ein Backup geschäftlicher Daten speichere ich zusätzlich noch lokal auf eine USB-SSD. Da iPadOS künftig auch direkt solch eine externe Speicherkarte ansprechen kann, wäre dies ebenso möglich.

• Da ich einen AirPrint-fähigen Drucker habe, wäre dieser Punkt auch abgehakt.

• Was ich erst unter iPadOS ausprobieren kann, das ist die aufgefrischte Foto-App am Tablet. Denn bisher kann ich in der mobilen App beispielsweise keine Beschreibungen zu Bildern hinzufügen. Das klappt nur am Mac. Dieser Punkt ist mir wichtig, wäre aber kein Hindernis, wenn alle anderen Sachen passen.

Der Knackpunkt: Wohlfühlfaktor

Ich könnte somit die Aufgaben – fast unverändert – auch am iPad erledigen. Das bedeutet allerdings für mich gar nichts, wenn ich mich tagtäglich dabei nicht wohlfühle. Daher kommen noch ein paar weitere Punkte ins Spiel:

• Für meine Nutzung ist die Größe des Bildschirms vom iPad angenehm. Die würde mir auch beim Notebook genügen. Zudem bekomme ich ergänzend noch einen Touchscreen. Somit positiv vermerkt.

• Da ich weiterhin auch auf mechanischen Tasten tippen kann, ist dieser Punkt ebenso abgenickt. Sogar mit dem Vorteil, dass ich bei der Tastatur freie Wahl habe.

• Die zusätzlichen Möglichkeiten des Stifts werde ich gerne nutzen. Das mochte ich schon vor vielen Jahren auf meinem Compaq iPaq. Da habe ich schon ein paar Anwendungen im Kopf – wie beispielsweise die Umwandlung meiner handschriftlichen Notizen in digitalen Text.

• Das Touchpad vom MacBook wird mir anfangs sicherlich abgehen. Das dürfte wohl die größte Umgewöhnung sein. Aber so wie ich mich kenne, ist das bald erledigt. Vielleicht über die rudimentäre Maus/Trackpad-Unterstützung in iPadOS.

• Beim Thema Geschwindigkeit erwarte ich keinerlei Probleme. Denn bis auf simple Bild-Nachbearbeitung ist da eh nichts dabei, was annähernd Leistung erfordert. Zudem ist der aktuelle A12 Prozessor mehr als hurtig.

• Da iPadOS – wie schon erwähnt – nun viele Speichermedien (über passende Adapter) direkt ansprechen kann, ist das ebenso kein Problem mehr.

Somit dürfte es auch beim Wohlfühlfaktor passen. Das werde ich aber erst nach ein paar Tagen, Wochen Nutzung endgültig beantworten können.

iPad oder doch wieder ein MacBook – mein Fazit

Ein iPad bleibt als möglicher Ersatz fürs MacBook Air im Spiel. Sogar mit ein paar Vorteilen. Wie gut der Umstieg tatsächlich klappt, das wird erst die tägliche Arbeit mit iPadOS zeigen. Ist sicherlich auch ein Zeiterl lang Umgewöhnung dabei. Wenn alles passt, dann könnte ich komplett umsteigen. Wenn nicht, dann würde ich das alte MacBook Air bis zu seinem “Ableben” weiterverwenden und danach – falls sich bis dahin nichts geändert hat – erneuern. Das iPad Air behalte ich als Ergänzung.

Ich werde es euch in der Mobility Lounge erzählen, wie’s mit iPad OS auf dem iPad Air 3 weitergeht. Ich bin schon neugierig!

3 Kommentare

  1. Servus. Ich habe mir die Beta von iPadOS installiert und verwende das iPad Pro mit der Logitech Mouse MX Anywhere 2. Hiermit funktioniert sogar das scrollen mit dem Rad und mit der Taste oberhalb kommt man mit einem Klick auf den Homescreen und mit einem Doppelklick öffnet sich der Appumschalter. Die linke und rechte Taste können auch konfiguriert werden. Außerdem auch noch die beiden links. Absolute Klasse wie das jetzt funktioniert. Über die App Dateien kann mit einem Doppelfenster alles kopiert, bewegt etc. werden. Außerdem auch mit dem Magic Keyboard. Diese Kombination ist eigentlich wie ein Notebook, da über den USB-Eingang meine Sticks und SSD’s erkannt werden. Diese müssen aber mit exFat oder Fat32 formatiert werden, wenn Dateien von Windowsrechnern draufkopiert werden. NTFS wird nicht erkannt. Bis jetzt bin ich total positiv überrascht.

      1. Servus nochmal. Leider hat sich ein Fehlerteufel eingeschlichen. Ein Wort wurde vergessen.
        Ich habe geschrieben: “Außerdem auch über das Magic Keyboard”. Das stimmt so nicht. Hier können keine Tastaturkürzel verwenden werden. Ich wollte schreiben: “Außerdem verwende ich auch das Magic Keyboard”. War ein guter Tip. Danke

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