Kulinarikreise nach Nürnberg – Schäufele, Rostbratwürste, Rotbier, Lebkuchen, frisch gerösteter Kaffee + Felsengänge & Lochgefängnisse

Nürnberg | Foto © Helmut Hackl
Nürnberg | Foto © Helmut Hackl

Da ich noch nie in Nürnberg war, machte ich dieser Tage eine Kulinarikreise in diese prächtige Stadt. Inklusive Besichtigung der Lochgefängnisse und historischen Felsengänge. Fränkische Kulinarik und frisch gerösteter Kaffee kamen selbstverständlich auch nicht zu kurz. Aber der Reihe nach …

Nürnberg | Foto © Helmut Hackl
Nürnberg | Foto © Helmut Hackl

Angereist bin ich entspannt mit einem ICE. Los ging’s um 6:50 Uhr vom Wiener Hauptbahnhof. Der Preis: ca. 106 Euro für hin & retour inklusive Sitzplatz-Reservierung – bei der Rückfahrt gönnte ich mir die 1. Klasse. Selbstverständlich durfte auch ein kleines Frühstück im Zug nicht fehlen. So habe ich daheim noch frisch Filterkaffee aufgebrüht und in der Thermosflasche mitgenommen. Dazu ein Kipferl vom Bäcker.

Elch Boutique Hotel in Nürnberg | Foto © Helmut Hackl
Elch Boutique Hotel in Nürnberg | Foto © Helmut Hackl

Um 11:30 Uhr herum war ich dann am Hauptbahnhof Nürnberg. Von dort spazierte ich gleich ins idyllischen Burgviertel zwischen Weinmarkt und Neutor. Denn ich quartierte mich für eine Nacht ins Elch Boutique Hotel ein. Beheimatet in der Irrerstrasse 11, in einem Fachwerk- und Sandsteinhaus aus dem 14. Jahrhundert. Man(n) gönnt sich ja sonst nicht. Der Preis pro Nacht lag bei 114 Euro.

Biergulasch + Rotbier in der Hausbrauerei Altstadthof in Nürnberg | Foto © Helmut Hackl
Biergulasch + Rotbier in der Hausbrauerei Altstadthof in Nürnberg | Foto © Helmut Hackl

Da ich schon hungrig war, führte mich Weg ins Bräustüberl der Hausbrauerei Altstadthof in der Bergstraße 19-21. Serviert wird regionale Bierküche. Da Prachtwetter war, bestellte ich mir – gemütlich im Biergarten sitzend – ein Bierbrauer-Gulasch mit Rindfleisch, Zwiebeln und Karotten, abgelöscht mit Schwarzbier, dazu Serviettenknödel. Dazu ein Spezialität, ein hausgebrautes Original Nürnberger Rotbier. Auch Stadtbier genannt. Ein kupferfarbenes Spezialbier, samtig-weich mit milder Hopfennote und mit 5.2% Alkohol. Frisch gezapft in einen 0,4l Glaskrug. Sehr süffig.

Historische Felsengänge in Nürnberg | Foto © Helmut Hackl
Historische Felsengänge in Nürnberg | Foto © Helmut Hackl

Danach besichtigte ich die historischen Felsengänge, ein beeindruckendes unterirdisches Felsenlabyrinth. Nachgelesen: “Mehr als 40 Brauereien gab es im ausgehenden 14. Jahrhundert in Nürnberg für nicht einmal 30.000 Einwohner. Aufgrund einer Verordnung des Rates der Stadt musste jeder, der Bier brauen und verkaufen wollte, einen eigenen Bierkeller zum Lagern und Gären des Bieres haben. Der Ursprung der historischen Felsengänge geht also bis ins Mittelalter zurück.” Rundgänge finden ab 11 Uhr zu jeder vollen Stunde statt, dauern ca. 75 Minuten und kosten 8,50 Euro pro Person. Treffpunkt ist der Brauereiladen Altstadthof in der Bergstraße 19, wo es auch die Eintrittskarten gibt. Ein sehr spannender und informativer Rundgang.

Nürnberg | Foto © Helmut Hackl
Nürnberg | Foto © Helmut Hackl

Beim Flanieren sah ich mir dann beispielsweise das ehemalige Reichsparteitagesgelände, den Handwerkerhof, den Henkersteg, die Kaiserburg, die Lorenzkirche, den Schönen Brunnen, die Sebalduskirche sowie die Weißgerbergasse und viel andere wunderschöne Gassen an. Aufs berühmte Spielzeugmuseum habe ich – aus Zeitgründen – verzichtet.

Wicklein Lebküchnerei in Nürnberg | Foto © Helmut Hackl
Wicklein Lebküchnerei in Nürnberg | Foto © Helmut Hackl

Eine Spezialität verbindet man besonders mit Nürnberg: Lebkuchen. Gibt es an allen Ecken zu kaufen. Ich besuchte ein traditionelles Geschäft, wo es diese Köstlichkeiten – seit 1615 – in zahlreichen Varianten gibt: Wicklein Lebküchnerei am Hauptmarkt 7. Die gut gefüllten Tasche war danach nicht leicht. Aber wenn ich schon mal die Quelle besuchte.
Als Anregung: Lebkuchen Kakao probieren & mitnehmen – schmatz.

Bergbrand Rösterei in Nürnberg | Foto © Helmut Hackl
Bergbrand Rösterei in Nürnberg | Foto © Helmut Hackl

Jetzt wurde es allerhöchste Zeit für Kaffee. Somit spazierte ich in die Weißgerbergasse 38, wo die Bergbrand Rösterei beheimatet ist. Ein leiwandes Lokal, wo ich mir einen Espresso doppio bestellte. Mitgenommen habe ich auch gleich ein paar Sackerl frisch geröstete Bohnen: Ursprung, Nordwand, Spritztour, Sonnenkind, sowie Hasenalarm. Da folgt dann in den nächsten Wochen eine eigene Geschichte in meinem Kaffeehäferl-Blog.

ofenfrisches fränkisches Schäufele in der Albrecht-Dürer-Stube in Nürnberg | Foto © Helmut Hackl
ofenfrisches fränkisches Schäufele in der Albrecht-Dürer-Stube in Nürnberg | Foto © Helmut Hackl

Fürs Abendessen entschied ich mich für die Albrecht-Dürer-Stube in der Albrecht-Dürer-Straße 6, die gleich ums Eck vom Hotel liegt. Damit ich traditionelle, fränkische Küche genießen kann. Einen Tisch reservierte ich schon daheim. Selbstverständlich bestellte ich mir ofenfrisches fränkisches Schäufele mit Apfelblaukraut und rohem Kloß. Dazu ein helles Gutmann Hefeweizen – das Halbe um wohlfeile 3 Euro.

Dessertteller in der Albrecht-Dürer-Stube in Nürnberg | Foto © Helmut Hackl
Dessertteller in der Albrecht-Dürer-Stube in Nürnberg | Foto © Helmut Hackl

Und zum Abschluß den Dessertteller “Albrecht-Dürer-Stube” mit hausgemachten Kreationen. Alles hervorragend, speziell das butterweiche Schäufele. Ein Hochgenuß.

Nürnberg | Foto © Helmut Hackl
Nürnberg | Foto © Helmut Hackl

Danach ging’s gesättigt und müde ins Hotel, wo ich eine geruhsame Nacht verbrachte.

Frühstück bei den White Bulldog Coffee Roasters in Nürnberg | Foto © Helmut Hackl
Frühstück bei den White Bulldog Coffee Roasters in Nürnberg | Foto © Helmut Hackl

Fürs Frühstück spazierte ich zu den White Bulldog Coffee Roasters in die Hirschelgasse 1. Ich bestellte mir ein Good Mood – griechischer Joghurt, Datteln, Paranüsse, frische Beeren und Agavensirup. Und dazu einen großen Cappuccino. Mitgenommen habe ich auch ein Sackerl frisch geröstete Bohnen: China Feng Mi Dragon. Mein erster Kaffee aus dem Reich der Mitte.

Rösttrommel Kaffeerösterei in Nürnberg | Foto © Helmut Hackl
Rösttrommel Kaffeerösterei in Nürnberg | Foto © Helmut Hackl

Weil die Rösttrommel Kaffeerösterei in der Äußere Laufer Gasse 34 fast nebenan liegt, machte ich einen kurzen Abstecher hin. Denn von dieser Rösterei verkostete ich schon einige Sorten. Deshalb nahm ich mir auch keine Bohnen mit.

Nürnberger Lochgefängnisse | Foto © Helmut Hackl
Nürnberger Lochgefängnisse | Foto © Helmut Hackl

Nach dem Frühstück besichtigte ich die Nürnberger Lochgefängnisse am Rathausplatz 2. Nachgelesen: “Die Lochgefängnisse in den Kellergewölben des Nürnberger Rathauses dienten seit dem 14. Jahrhundert zur Untersuchung und Verwahrung von Häftlingen bis zur Urteilsvollstreckung. Zwölf kleine Zellen und eine Folterkammer vermitteln ein bedrückendes Bild damaliger Gerichtsbarkeit.” Medienguide-Führungen finden täglich statt. Die Dauer: ca. 30 Minuten, der Preis: 4 Euro. Sehr spannend und informativ.

Rostbratwürstel + Weinsauerkraut im Bratwursthäusle in Nürnberg | Foto © Helmut Hackl
Rostbratwürste + Weinsauerkraut im Bratwursthäusle in Nürnberg | Foto © Helmut Hackl

Zum Mittagessen gönnte ich mir in Behringers Bratwursthäusle direkt am Rathausplatz 1 eine weitere Spezialität der Stadt. Denn dort werden seit 1313 die Original Nürnberger Rostbratwürste auf Buchenholzfeuer gegrillt. In historischer Tradition befindet sich die eigene Metzgerei im Hause. Bei Schönwetter steht ein Schanigarten bereit, wo ich in der Sonne ein Platzerl fand. Ich bestellte mir als Vorspeise eine fränkische Kartoffelsuppe mit Brezn & Weckla und als Hauptspeise acht Stück Rostbratwürste mit Weinsauerkraut. Plus ein lokales Tucherer Altfranken vom Faß. G’schmackig!

Machhörndl Kaffeerösterei in Nürnberg | Foto © Helmut Hackl
Machhörndl Kaffeerösterei in Nürnberg | Foto © Helmut Hackl

Bevor es wieder zurück zum Bahnhof (der Zug fuhr um 14:30 Uhr Richtung Wien) ging, nahm ich noch ein paar Bohnen aus der Machhörndl Kaffeerösterei in der Brunnengasse 7-9 mit: Mexiko Decaf, Guatemala Las Amapolas, Costa Rica La Pastora und Indien Kalledevarapura. Da gibt es eine eigene Geschichte in meinem Kaffeehäferl-Blog. Genehmigt habe ich mir einen Espresso doppio (Indien). War sehr gut.

Nürnberg | Foto © Helmut Hackl
Nürnberg | Foto © Helmut Hackl

Kulinarik-Reise nach Nürnberg – mein Fazit

Das war eine der leiwandsten Städtereisen, die ich je machte. Eine tolle Stadt, ein abwechslungsreiches Programm, ausgezeichnetes Essen, süffiges Bier, eine tolle Unterkunft, eine gemütliche Bahnfahrt und herbstliches Prachtwetter. Da passte einfach alles perfekt zusammen. Nürnberg, ich komme gerne wieder!

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