Aus der Praxis: Smart Home Automatisierungen mit NFC-Chips – ich mach’s mit den iOS Kurzbefehlen

NFC-Tags - Senic Muse Blocks | Foto © Helmut Hackl
NFC-Tags – Senic Muse Blocks | Foto © Helmut Hackl

Ich habe schon vor vielen Jahren gerne NFC-Chips verwendet. Noch zu Zeiten, als Nokia marktführend war – falls sich noch jemand daran erinnert. Damals eine spannende Sache. Dann geriet es bei mir lange Zeit in Vergessenheit. Bis “heute”, denn ab sofort habe ich wieder ein paar solcher Computerchips herumhängen. Aber der Reihe nach …

Was NFC ist und wie der Chip beschrieben wird

Es ist ganz simpel: NFC steht für “Near Field Communication”. Dabei handelt es sich um einen winzigen Computerchip – versehen mit einer kleinen Antenne – der Informationen speichern kann. Er wird automatisch aktiviert, sobald ein NFC-fähiges Smartphone näher als etwa zwei Zentimeter hingehalten wird. Er benötigt keine Batterie und muss nicht aufgeladen werden.

Auf solch einem NFC-Chip lassen sich Verknüpfungen zu digitalen Inhalten speichern. Zum Beispiel zu einer Website, zu einer Playlist oder zu einer Smart Home Szene. Da gibt es einige Möglichkeiten. Die Chips stehen mit unterschiedlichen Speicherkapazitäten bereit. Angegeben in Byte. Zum Beispiel braucht eine URL etwa 20 Byte, eine Telefonnummer ca. 45 Byte, eine Visitenkarte ca. 350 Byte.

Die NFC-Chips lassen sich selbst – endlos oft – neu beschreiben. Die halten salopp formuliert ewig. Bis zur Zerstörung. Das Beschreiben erfolgt über Apps. Die gibt es zahlreich für Android-Smartphones und fürs iPhone.

NFC Tag scannen
NFC Tag scannen

Automatisches Scannen mit Android-Smartphones und neueren iPhones

Alle Android-Smartphone, die über einen NFC-Sensor verfügen, können NFC-Chips scannen. Beim iPhone sieht die Sache – wie immer – anders aus. Xs/Xr und 11 haben eine Funktion namens “NFC Background Reading”. Das heißt: NFC Tags werden automatisch gescannt, sobald das obere Ende des iPhones in deren Nähe gehalten wird. 7 & 8 haben zwar auch einen NFC-Sensor, aber kein “NFC Background” Das heißt: Man muss eine separate NFC-Reader-App herunterladen und öffnen. Somit unbequem.

Welche NFC-Tags ich in Verwendung habe

NFC-Chips gibt es wie Sand am Meer. Von spottbillig bis zu teurer. In unterschiedlichen Größen. Mit verschiedenen Speicherkapazitäten. Ich habe daheim zwei Modelle:

• Transparente, wasserabweisende Sticker-Aufkleber mit 22 mm im Durchmesser zum Aufkleben. Mit 924 Byte Speicherkapazität. Fünf Stück um 7 Euro – gekauft bei Amazon (Provisionslink).

transparenter, aufklebbarer NFC-Tag | Foto © Helmut Hackl
transparenter, aufklebbarer NFC-Tag | Foto © Helmut Hackl

Senic Muse Block: Das ist eine quadratische, auf der Vorderseite bedruckte Kachel (7×7 cm), die 3mm dünn ist. Zur Auswahl stehen fertige Designs und – gegen Aufpreis – sind eigene Motive möglich. Erhältlich sind sie beispielsweise im 3er-Pack oder 7 Stück mit Eschenholz-Brett. Die sind zwar teuer, aber dafür schaue ich sie gerne an. Denn die sind sichtbar angebracht und zählen schon als Wohn-Accessoire. Ich kaufte sechs Stück – zum Einführungspreis von 35 Euro inklusive Lieferung.

Ich verwende die NFC-Tags zusammen mit den iOS Kurzbefehlen

Ich möchte hier gleich anmerken, dass Automatisierung mit NFC-Tags eine von mehreren Möglichkeiten ist. Ob andere Arten, wie zum Beispiel per Sprache, ortsbasiert oder physischen Auslösern, besser oder schlechter passt, das darf jeder für seine/ihre Situation selbst entscheiden. Ich verwende ebenso andere Dinge.

iOS Kurzbefehle & NFC-Tags
iOS Kurzbefehle & NFC-Tags

Ich verwende die NFC-Tags zusammen mit meinem iPhone 11 und der iOS Kurzbefehle-App. Das ist für mich eine bequeme Art, um die Chips als Auslöser für Automatisierungen einzusetzen. Hier ein paar Beispiele, was ich u.a. schon umsetzte:

• Daheim laufen immer weniger Geräte im Standby. Entweder werden sie komplett abgeschaltet oder sie hängen an einer smarte Eve Energy Bluetooth-Steckdose, wenn diese weniger Strom benötigt als Standby. Ein Beispiel: Da meine älterer Libratone Loop Aktivlautsprecher kein AirPlay 2 beherrscht, ist er an einem Airport Express angesteckt und beide an einer Eve Energy. Einschaltbar z.B. via App, Siri, Taste oder NFC-Tag.

• Wir haben daheim zwei smarte Beleuchtungssystem: Hue (mit einigen Lampen und Streifen) sowie Nanoleaf Canvas (eine steckbare LED-Lichtlösung). Automatisiert zum Beispiel über Bewegungssensoren oder Zeitplänen. Ein-/ausschaltbar per Dimmschalter, App, Siri oder NFC-Tag. Für die Canvas speicherte ich auf NFC-Tags das Auslösen von ein paar stimmungsvollen Lichtszenen.

iOS Kurzbefehle & NFC-Tags
iOS Kurzbefehle & NFC-Tags

• Ich erfasse die Menge, die ich täglich an Flüssigkeiten zu mir nehme, über WaterMinder. Damit ich daheim nicht nur händisch meine Standardgetränke (Wasser, Kaffee, Tee) eintippen kann, sind diese samt Mengenangabe auch auf NFC-Tags gespeichert.

• Ich habe Apple Music abonniert und dort ein paar Playlist angelegt. Die kann ich auch via NFC-Tags starten. Eine Kleinigkeit, aber es macht auf diesem Wege Spaß.

iOS Kurzbefehle & NFC-Tags
iOS Kurzbefehle & NFC-Tags

Was ich beispielsweise nicht benötige, aber leicht umsetzbar wäre: Im Auto die Navi-App starten. Das WLAN ein-/ausschalten. Den WLAN Hotspot am Smartphone aktivieren. Die eigene Visitenkarte digital speichern. Einen Film starten. Informationen / Anweisungen hinterlassen.

Automatisierung mit NFC-Chips – mein Fazit

Klappt in der Praxis pipifein und solch Automatisierungen über NFC-Tags sind manchmal ganz sinnvoll. Mir macht es auf alle Fälle Spaß – und das ist die Hauptsache.

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